Band 
Zwölfter Theil. Vom Jahre 1610-1630.
Entstehung
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40 Geschichte von Frankreich

lein zu bringen, vermög der Übermacht, die seine Bedienung ihm über die andernl6l I, Magistralspersonen gab. Man bemerkte, daß das Haue von Guise das einzige war,so sich des Herrn von Sulii anzunehmen schiene. Es handelte aus Erkenntlichkeit,weil er in dem Streit, den eö mit dem Grafen von Soißons gehabt, sich für daßel-bc erkläret hatte, und aus Feindseligkeit gegen die Prinzen von Geblüt , die sich ver-einiget hakten, ihn zu stürzen. Der Herr von Bellegarde erzeigte sich , dem Herrnvon Guise zu Gefallen , gleichfalls als einen Vertheidiger des Öberaufschers der Fi-nanzen , ob er gleich außer dem gar keinen Grund ihn zu lieben , sondern vielmehrUrsache hatte, sich über ihn zu beschweren. Allein alles, was man that, um seinenFall zu verhindern, oder aufzuhalten, half ihm sehr wenig; es war beschloßen , ihnzu stürzen. Indeßen wurde er doch nicht als ein Verbrecher fortgeschickt; man ließihm nur sagen, daß es Zeit wäre, daß er sich abforderte, und er böte der Königin dieNiederlegung seiner Aemter an.

Ob man gleich schon entschloßen war, sie anzunehmen, so schrieb ihm doch dieKönigin in folgenden Ausdrücken.

Mein Vetter,

„ Ich habe den Vorsatz ungern vernommen, den Sie zu haben bezeugen, sich,» der Sorge für die Angelegenheiten des Königs, meines Herrn Sohns , zu entla-„ den, und vornehmlich in Absicht auf das, was die Finanzen anbetrifr ^ , wider,, die Hofnung, die ich mir gemachel hatte, baß Sie fortfahren würden, Ihre guten,, Dienste in diesem Amte zu leisten, wie Sie zur Zeit des hochsceligen Königes,„ meines Herrn, gethan haben. Ich bitte Sie, dieses Vorhaben wohl zu überle«„ gen, ehe Sie es ausführen, und in di sem Fall mir Ihre Entschließung zu wißen„ zu thun, damit ich auch die meinige nehmen kann. Hicmit bitte ich GOtt, mein„ Vetter, daß er Sie in seinen würdigen Schutz nehme.

„ Unterzeichnet, Maria.

„ Und weiter unten, Phelipeaux.

Die Antwort des Herrn von Sulii blieb nicht lang aus. Den fünf und zwan-zigsten Jänner überbrachte ihm der Herr von Büllion Erlaßungsbrtefe , vermög wel-cher er der Oberaufsehersstelle über die Finanzen, und der Schloßhauptmannschaft vonder Bastille entlediget war. Den sieben und zwanzigsten erhielt er ein Geschenk vonhunderttausend Thalern, um ihn wegen der Einkünfte seiner Aemter schadlos zu hal-ten. Die Schloßhauptmannschast von der Bastille bekam der Herr von Chatcau- vt-eup, Kammerjunker der Königin; die Oberaufsehersstelle über die Finanzen blieb auf-gehoben. Man ernennete nur blos drey Vorsteher, um die Finanzen zu verwalten;und diese waren der Präsident Ieannin , der Präsident von Thou, und der Herrvon Chateau - neuf: Aber der erste erhielt die Würde eines allgemeinen Vorste-hers , wodurch er eine völlige Übermacht über die zween andern bekam. Der Prä,fident von Thou behielt seine Stelle, als Vorsteher nicht lange. Er machte sich Rech-nung , erster Parlementspräfident zu werden, indem der Herr von Harlai , seinFreund und Schwager, dieses Amt, ihm zum Besten, niederlegen wollte. Alleindieses Vorhaben mißlunge. Der römische Hof, der durch verschiedene Stellen, sodieser Präsident in seine Geschichte gesetzt hatte, beleidiget war, ließ der Königinvorstellen, daß es sich nicht geziemete, ihn zum Oberhaupt des ParlemenkS von Pa-ris

" äe Lulli, t. r. rnc. sllit.