Band 
Zwölfter Theil. Vom Jahre 1610-1630.
Entstehung
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unter der Regierung Ludwigs xui. 41

rls z« machen. Die Stelle des Herr» vo» Haclai wurde wieder besetzt mit dem Herr« '

von Vcrdün, ersten Präsidenten des Parlementö zu Toulouse, einem Anverwandte« k»und Freund -es Herr von Villeroi; und der Herr von Thou gab seine Stelle , alsVorsteher der Finanzen, auf, ohne daß er erster Präsident werden konnte.

Wenn man dem Herrn von Süll» glauben soll , jo war der Präsident Ieanni»nicht gesch ckt, die Finanzen zu verwalten. Er wurde zwar für einen -er vsrtreßich«stcn Männer in dem Rathe, und für einen der geschicktesten Staatsunterhändirr inEuropa gehalten ; aber er hatte nicht Standhaftigkeit genug, um den Ansuchrmge»

-er begieriger» Hofleure zu »vidcrstehen, und er war nicht genug auf seiner Hut widerdie Ränke und Kunstgriffe derjenigen, welche die Gelder des Königs unter den Hän-den haben. Der Herr von Sülii führet zum Beweis davon an die Bestehlunge«der Eaßen , so vor seinen Auge» geschahen , vornehmlich von Ieaunln vo» Castil,lc, seinem Bruder , und von dem Marquis vou Aucre , während der Zeit seinerVerwaltung.

So bald , als der Herr von Sulli seiner Aemter beraubt war , jo ließ ma«sichs angelegen seyn, ihn mit mehr Kühnheit, als jemals, zu lästern.

Er schrieb an dl^Königin Mutter, und beklagte sich darüber Dieß;

Prinzeßin antwortete ihm, daß dergleichen Reden gar keinen Eindruck auf ihr Ge-müth machten, daß sie das Wahre von dem Falschen zu unierstDeiden »rüste,und daß sie nicht vcrgcßen hatte, wie eifrig und getreu er sich in seinem Amt ver-halten habe.

Kurz darauf wurde das Iahrgeld, so er genoß, um vier und zwanzigtausendLkvers vermehret, kraft eines vom zwanzigsten May , »61». darirtrn Gna«denbriefs. Er, seiner SeitS, gab Schutzschriften heraus, und weil seine Feindevorgaben, daß der große Reichthum , den er erworben hatte, schon allein zu einemhinlänglichen Beweiß seiner ungetreuen Verwaltung dienere, so »nachte er einenAuf atz, worinnen er dem Publico von der» Anfang und Zunehmen seines Vermögen-Rechenschaft gab. Es scheinet, daß die Nachwelt ihn» hat Gerechtigkeit wiedersah«ren laßen, und man betrachtet ihn heut zu Tag als einen der weisesten Minister, io je«

Mals die Finanzen des Königes verwaltet haben.

Die Sache der von Escouman beschäftigte zu eben derselben Zeit die Aufmerk« Sacke ds vor»famkeit der Leute. Diese Frau, ob ste schon von geringem Herkommen war, ist eine Estormrarr.beträchtliche Person in der Geschichte geworden, durch die wichtige Entdeckung derwahren Urheber der Ermordung Heinrichs lV. die sie gemacht zu haben vorgabSie hieß Zacobina le Voyer, und hatte Isaac la Varenues geheyrathet, der den Ti«tel eines Ritters und Herrn von Escouman führte. Sie führte anfänglich ein so unor«dentlichcs Leben , daß ihr Mann sich bemüßiget glaubte, sie wegen Ehebruch vorGericht zu belangen. Sie wurde so gar von dem Burggcricht zu Paris zum Todeverurtheilt; aber das Parlement milderte die Strenge dieses Ausspruchs , und ver«urtheilte sie, in ein Kloster eingesperret zu werden, mit dem Bedinge, daß ihr Man»jährlich ihr eine Summe von hundert Livres bezahlen sollte, wenn er änderst, sie

nicht

"7 Schreiben der Königin vom vier undlwanjiqsien April, in den Alemoirez «je 8ul-U, 1 c>m. «mc. eclit.

Gesch. von Frank. XII. Theil.

"2 Ulercure k'ranxoir , l'om. 1 .

(F)