unter der Regierung Ludwigs xm. 4;
lich zum Vortheil des Herzogs von Süll! erklären sollte Er stellte dem Herzogvon Rohan vor, daß, so groß auch die Sorgfältigkcit und Treue eines Oberaufsehersüber die Finanzen und eines Gencralfeldzeugmeisters nur immer seyn möge, es dochschwehr halte, daß man an seiner Aufführung nicht sollte etwas auszusetzen finden,wenn man sie nach der Strenge untersuchte; daß der Hof, wenn er eine gerichtliche Un»kersuchung darüber anstellen wollte, bald Mittel finden würde, den Herrn von Süllizur Niederlegung aller seiner Bedienungen zu zwingen, ohne dabey andere, als nurdie recht - und gesetzmäßigsten Wege einzuschlagen. Aber der Herzog von Rohan, derdie Tochter des Herrn von Sülli gcheyrathet hatte, nahm die Partey seines Schwie-gervaters auf eine sehr trotzige Art, und gab dem Herzoge von Bouillon zu verstehen,daß der Hof größere Hinderniße finden würde, als er fich einbildete, wenn er denHerzog von Sülli auf das Acußerste treiben wollte.
Den fünften Iunius kamen die Herren von Bülllon und von Boißlse, Staats,rathe, zu Saumür an als Commißaricn des Königs bey der Versammlung derprotestantischen Kirchen. Zween Tage darauf wohnten sie derselbigen bey, und mach,teu den Anfang damit, daß sie zu erkennen gaben, wie der Hof bereit wäre, alles,was vorhero den vermeyntlichen Reformirten wäre verwilligct worden, genau beob«achten zu laßen, und so gar alle Artikel der Edicte, Erklärungen und Gnadcnbriefe,die ihnen zum Besten ausgefertiget worden, zu ihrem Vortheil auszulegen, wenn sichetwan einige Zweydeutigkeit darinnen finden sollte. Aber zu gleicher Zeit ermähntensie auch die Versammlung, ohne Verzug zur Ernennung der sechs Abgeordneten, wel«che dem König sollten vorgestellt werden, zu schreiten, damit Se. Majestät zweendavon erwählen könnte, die an dem Hof fich aufhalten sollten. Die Versammlungantwortete ihnen mit großen Versicherungen der Unterwürfigkeit und des Gehorsamsgegen den Willen des Königs; aber sie gehorchte nicht. Anstatt zur Ernennung dersechs Abgeordneten zu schreiten, ernennekc sie zween, welche sie zu den Commißaricnschickte, um bey ihnen Klagen über das, was sich zu Chatillon-sär.Indre ereignethatte, anzubringen. Sie beschäftigte sich hernach, Schriften aufzusetzen, welche an-dere Beschwerden und verschiedene Forderungen in fich enthielten.
Den vierzehnden Iunius verfügten sich die zween Commißarlen des Königs indie Versammlung, und überreichten allda Briefe von der Königin, nebst einem Aus,spruch des Raths, vermög deßen der Herr Frere, ReguctenmUster, den Auftrag er,hielt, wegen der zu Chatillon sük-Indre wider die Protestanten ausgeübten Gewalt«thäligkeiten eine Untersuchung anzustellen , mit Befehl, denen, die jchuldig befundenwürden, den Proceß zu machen, und über sie gemeinschaftlich mit dem Landgericht,das dieser Stadt am nächsten wäre, das Endurtheil, wider welches keine Appellationangenommen werden sollte, zu sprechen. Man hoste ohne Zweifel, daß diese denProtestanten verschaste Genugthuung sie bewegen würde, sich nach dem Willen derKönigin zu bequmen, und je eher, je lieber die sechs Abgeordneten zu ernennen,die sie dem König vorstellen sollten. Die Commißarlen drungen von neuem beyder Versammlung darauf, daß sie zu dieser Ernennung schreiten sollte, als welcheeigentlich der einzige Gegenstand wäre, worüber sie die Erlaubniß hatte, fich zuberathschlagen. Allein dieser zweyte Befehl that keine größere Würkung, als dererste. Die Versammlung beschäftigte sich mit nichts, als mit Aufsetzung einesweiliäustigen Verzetchnlßcs der Klagen über die Aenderungen und Verletzungen,
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1611.