Band 
Zwölfter Theil. Vom Jahre 1610-1630.
Entstehung
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yr Geschichte von Frankreich

- ' - Bedienungen und ju den wichtigsten Gouvernements des Staats, wider die

l6lZ. Gesetze des Königreichs, gelanget wäre.

Er beschuldiget ihn , er hätte nach Paris und an den Hof solche Personenberuffen, die vor GOtt und Menschen ein Grauei wären, als Juden , Zaube-rer, Giftmischer, Mörder, durch deren Hülfe man verschiedene Unkernehtmm-gen wider das Leben des Prinzen von Condee, des Herrn von Longuevilie,und der andern Prinzen und Herren , die das Beste des Staats zu befördernsuchen, gemachst hätte.

Man hatte sich schon in den Vorstellungen des Parlements darüber beklaget,daßeine große Anzahl von Juden sich zu Paris niederließen. Es hat seine Richtigkeit, daßder Macschal von Ancre sie beschützte : Allein er konnte nicht verhindern, daß derKönig, um das Parlement zu befriedigen, nicht einen offenen Brief, datirt vomdrey und zwanzigsten April, i6i<s. ausgehen ließe, wodurch ihnen auferlegt wurde,das Königreich ein Monat nach der öffentlichen Bekanntmachung dieses Briefeszu räumen.

Der Marschal und seine Gemahlin zogen beständig fort Zauberer und Stern-deuter zu Rathe und man versichert, daß einer von diesen Sterndeutern, mitNamen Cosinus Ruger, ein Italiener von Geburt, dem man die Abtey Mahee inBretagne gegeben hatte, als ein wahrer Gottesläugucr gestorben war, indem er ztrden Priestern, die ihn ermahncten , sagte, es gäbe keine andere Teufel, als die Men,schen, die uns in dieser Welt verfolgen, und auch keine andere Götter, als die Kö-nige und Fürsten, welche im Stande sind, uns Gutes zu thun. Der Marschal vonAncre gab sich sehr viel Mühe, um zu erhalten , daß fein Körper in eine gcweiheteErde mägte geleget werden : Allein er konnte es nicht verhindern, daß ihn der Bi-schof von Paris nicht auf den Schindanger werfen ließ. Man führet diese Begeben-heit blos deßwegen an, weil sie vieles dazu beytrug, den Marschal verhaßt zu machen,und weil sie zum Theil mit Ursache war von dem Muthwillen , den das gemeine Volk«ach der Hand wider den toben Körper dieses Günstlings verübte.

Der öffentliche Haß, den er sich zugezogen hatte, machte, daß der Prinz vonCondee Soldaten bekam. Er zog seine Völker zusammen , und ließ bey den Pro,testanten anhalten, sie sollten sich mit ihm vereinigen ; man machte von allen SeitenAnstalten zu dem bürgerlichen Kriege. In der Picardie erklärten sich nur der Gou-verneur von Corbie, und der von Catelet, für die Partey der Prinzen, die andernalle blieben dem Könige getreu. Der Hof brachte zwo Armeen auf die Beine, umsich in Stand zu setzen, den Aufrührern zu widerstehen. Die eine von diesen Ar-meen , welche den Marschal von Bois« Dauphin zum Anführer hatte, war bestim-mrt, die Armee der Prinzen zu verfolgen. Die andere, worüber der Herzog vonGuise die Oberbefehlehabersstelle erhielt , sollte den Zug des Königs, anf seinerReift nach Guienne, bedecken.

Den siebenzehnden Augnst, als den Tag seiner Abreise, wurde der PräsidentDrasiderttea te ^ in feinem Hause aufgehoben. Man hielt dafür , daß er dem Prinzen vonIay. Condee ergeben wäre, und er hatte mehr Antheil, als jemand, an den letzter» Strei-

tigkeiten des Parlemenks mir dem Hof gehabt. Man furchte, er mögke sich die Ab,Wesenheit des Königs zu Nutz machen, um neue Unruhen zu erregen , und man be-schloß, sich feiner Person zu versichern. Der König ließ ihm sagen , er würde ihn,

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