Band 
Zwölfter Theil. Vom Jahre 1610-1630.
Entstehung
JPEG-Download
 

unter der Regierung Ludwigs xm. yz

während seiner Reise, nöthig haben/ und er sollte sich bereit halte«/ ihn zu begleiten. ' -

Der Präsident / um dieses abzulehnen / schützte eine Krankheit vor. Hierauf erhielt l6l Z.«in Lieutenant von der Leibwache Befehl/ ihn in seinem Hauße in Verhaft zu nehmen.

Man setzte ihn in eine Caroße / daran die Schläge zugemacht und die Schirmlederherunter gelaßen waren/ und er reiset« ab mit einer Bedeckung von fünfzehn Leibtra-banten. Seine Gemahlin nahm ihre Zuflucht zu dem Parlement/ welches zween Ab-geordnete in das Louvre schickte; allein da sie kamen, war der König und die Königinsthon abgereiset. Das Parlement trug einem Präsidenten und etlichen Räthen auf,sich zu dem Könige unterwegs zu begeben: Sie höhlten ihn nicht eher / als zu Am-Loise ein , allwo der König ihnen sagte / er hätte für rarhsam erachtet, den Präfi,denken le Jay, wegen wichtiger und gerechter Ursachen, und zu seinem eigenen Be-sten , in Verhaft nehmen zu laßen; man würde sich angelegen seyn laßen, ihn gutzu halten, und sie könnten wieder nach Paris zurück kehren, um allda ihre Amrsver-richkungen zu besorgen. Man gab ihnen ein Schreiben mit aufgedrückten königlichenPetschaft an das Parlement mit, welches beyläufig die nämliche Antwort enthielte.

Die Abgeordneten kamen wieder nach Paris zurück, und da das Parlement diese Ant-wort vernommen und das Schreiben, so sie mitgebracht, hatte verlesen hören, so thates keine neue Anfuchungen mehr zum Besten des Präsidenten, der auf dem Schloß zuAmboise gefangen blieb.

Dieses Collegium schien so weit davon entfernt, der Partey der Prinzen be-förderlich zu seyn, daß es den achtzehnden September ohne Schwierigkeit eine Er-klärung einregistrirte, welche vom zehnden datirt und zu Poitiers ausgefertiget war,kraft welcher der Prinz von Condee und seine Anhänger aller Aemter , Wür-den und Ehren, als Aufrührer und Verbrecher wider die beleidigte Majestät, entse-tzet wurden.

Die Armee, welche sie verfolgen sollte, hatte sich bey Meaux, unter denBefehlen des Marschals von Bois - Dauphin versammlet , und der Prinzen ihrehatte sich bey Noyon zusammen gezogen. Die erstere bestund aus zehntausend Mannzu Fuß, und fünfzehnhundert Pferden. Die andere war fast eben so zahlreich , aberschlecht mir grobem Geschütz versehen. Die Truppen hielten üble Kriegszucht und diemeisten Soldaten waren des Feuers und der Beschwehrlichkciten des Kriegs weniggewohnt.

Der Herzog von Bouillon bekam die Oberbefehlshaberstelle über diese Armee,unter dem Ansehen des Herrn Prinzen von Condee. Man verabredete mit einander,daß man sich an den Orten, wo man die Oberhand haben würde, der königlichenGelder bemächtigen . und allda neue Einnahmkammeen errichten , und die Verwal-tung davon dem Herzoge von Bouillon übergeben wollte: Hierdurch wurde er gewißermaßen die Seele der Partey , mit höchster Gewalt über die Kriegsvölker und überdie Finanzen.

Nachdem die Armee der Prinzen über den Fluß Äifne bey Goißons gegangen Marsch dtr Ar-war, so rückte sie gegen Chareau-Thierry vor, welches den acht und zwanzigsten Sep.lnrederPnnjen.tember beeennet wurde, und den drcysigstcn sich eegab. Von dar makschikte sie aufEperttay, welches seine Thore öfneke r Hierauf nahm sie Mery an der Seins ein-um sich eines Übergangs über diesen Fluß zu versichern. Zu Mery gab der Prinzvon Condee eine vsm vierzebnden Oktober batikte Erklärung heraus, wider diejenigen,welche er die Feinde des Königes und des Staats nenneke» das ist, wider die Mt»

(M) Z Nistet.