Band 
Zwölfter Theil. Vom Jahre 1610-1630.
Entstehung
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unter der Regierung Ludwigs xm. i, 9

Diese Umstand« sind in einer Erklärung angeführt , welche man wider den Prinzen "->

von Condee herausgab, und welche bey einer hohen Gcrichtsvcrsammlung des Par« r6l6lcments einregtstrirt wurde. Man muß lndeßen anmerke»/ daß diese Schrift, in ei» *

ner Zeit der Unruhen und Parteyen / von Feinden/ welche nicht-/ als die Ehre diesesPrinzen zu verläumden suchten/ ist aufgesetzet worden / und daß mithin leicht etwasübertriebenes könnte mit untergekoffen seyn / in Absicht auf die Zahl/ oder auf dieBeschaffenheit der Beschuldigungen, welche sie sich bemüheten / ihm zur Last zulegen.

Der Herzog von Sülli verlangte, entweder aus einem aufrichtigen Eifer fürdie Ruhe des StaatS, oder in der Absicht/ die Gnade der Königin Mutter wieder zuerlangen/ und in den Staatsgeschäften wieder gebraucht zu werden, er verlangte, sa,ge ich, bey dieser Fürstin Gehör, und sagte ihr ganz deutlich, sie stünde in Gefahr,ihre Gewalt zu Verkehren , die Sachen könnten nicht lange in einem so gewaltsamenZustande bleiben, und er wollte sie lieber im Felde, an der Spitze von zwölfhundertReutern , als mitten in dem Louvre mit so vielen Feinden sehen, die ihren Untergangmit größter Erbitterung zu befördern suchten und alle Ehrfurcht für die königlicheMajestät verlohrcn zu haben schienen.

Baßompierre machte ihr beynahe die nämlichen Vorstellungen. Sie antwort Die Köm'slnkete, daß ihr jedermann das Übel entdcckete, niemand aber das Hülfsmittel darwiderR^f^^denzeiget«. Aber bey diesen Reden verbarg sie ihre wahren Gesinnungen. Denn sieP.jA,hakte schon den Entschluß gefaßt, den Prinzen von Condee, nebst den vornehmsten Tondee in Der»Häuptern seiner Partey, in Verhaft nehmen zu laßen. Barbin hatte ihr vorgestellt, hast nehmen zudaß man, um die äußerst gefährlichen Übel zu heilen, nothwendig zugewaltsamenHülfs.^^n.

Mitteln seine Aufstecht nehmen müßte, und daß er keine andern wüßte, als dieses, sich derPerson des Prinzen zu versichern.

Man giebt vor , daß ihr der Marschal von Ancre eben diesen Rath gegebenhatte, ehe er nach der Normandie abreisete.

Sie wendete die Augen auf den Herrn von Lauster«-, Marquis von Themi»

»es, zur Ausführung dieses Vorhabens, welches einen standhaften und kühnenMann erforderte.

Der verstorbene König ' §4, der sich manchmal ein Vergnügen machte, Ihrdie Eigenschaften und die Gemüthsart der Officiere und der Hofleute zu beschreiben,hatte öfters zu ihr gesagt, Themines wäre ein Mann/ der niemals etwas, als nurdie Merkmahle der königlichen Würde erkenncte.

Außer diesem hatte er auch, auf der Reife nach Bourdeaux , mit BarbinBekanntschaft gemacht und ihn gcbettcn, der Königin zu sagen, wenn sie einen Mannzu irgend einem schweren und gefährlichen Streich nöthig hätte , so könnte sie ihnohne Furcht gebrauchen, er böte ihr sein Leben ohne Ausnahme, an, und er wäre imStand, alles für ihren Dienst zu unternehmen.

Erwürbe nach Hof gefordert, allwo er den vier und zwanzigsten August an,kam. Barbin fragte ihn, ob er Herzhaftigkeit genug bey sich spürete, um den Prin»z-n von Condee in Verhaft zu nehmen, und was für eines Mittels er sich bedienenwollte, um die Sache glücklich auszuführen. Themines antwortete Ihm, wenn dieKönigin Mutter ihm Befehl dazu gäSe, so würde er keinen Anstand nehmen , es zu

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