120 Geschichte von Frankreich
"" thun; er hätte seine zween Söhne und sieben oder acht Männer bey sich/ furLvelche
l6l6. er gut stünde, wie für sich selbst. Barbin, welcher diese Sache allein lührtte, hielt
dafür, man könnte nicht zu vi l Vorsicht anwenden, um sich eines glücklichen Aus-schlags zu versichern. Er redete daher auch noch mit dem Herrn von Elbene, welcherihm versprach, sieben oder acht Personen m haö Louvre zu führen , auf die er sich zuverlaßen Hütte. Sie erhielten Befehl, alle Tage mit denen , welche sie ausgesuchtharten, dahin zu kommen, und jederzeit auf den ersten Befehl bereit zu seyn. Manwollte, daß sie mit Parti anen bcwafmt seyn sollten. Th mime nahm es über sich,sie zu kaufen, und ließ sie in eine Klste thun, welche den folgenden Tag zu den. Bar-bin getragen wurde, wo man sagte, daß seidene Zeuge darinnen waren, welche man derKönigin Mutter aus Italien schickte.
Die Kiste wurde hierauf in das Louvre gebracht, allwo sie von einem Kammer,dienee der Königin Mutter in Empfang genommen wurde, dem Barbin dieses anbe,fohlen und gesagt hatte, daß seidene Zeuge darinnen wären, welche für diese Prttt-zeßin aus Italien kämen. Der Kamin, rdiener sagte es dem Polneybedienken, weichedas Thor des Louvre bewacheten, damit die Küste vurchgelapen wurde, ohne durch,sucht zu werden.
Den letzten August kam der Prinz von Conbee, und die Herzoge von Vendo-we, von Mayenne und von Bouillon um zehn Uhr vor Mittag zu der Königin , umwegen einiger Geschäfte nur ihr zu sprechen Sie sollten hernach sich mit ein-
ander nach Chaillot begeben und bey dem Präsidenten Ieaunin zu Mittag speisen.Ein jeder von ihnen harre niemand, als nur einen Stallmeister mitgebracht und sieblieben über anderthalb Stund allein in dem Zimmer der Königin. Barbin hieltedieses für einen günstigen Augenblick , um sie alle vier aus einmal gefangen zu neh-men; er sagte zu Baßompierre, daß die Königin mit ihm sprechen wollte, und erließihn in das Zimmer der Marschallin von Ancre hinaus kommen. Ale er den Trommel-schläger der Schwerer hörete, der zur Ablösung der Wache das Spiel rührete, sobat er den Baßompierre, er mögte unter der Hand der Compagnie, welche abzog,sagen laßen, sie sollte noch einige Zeit mit derjenigen, welche blieb , in Schlachtord-nung stehend bleiben und seine Befehle erwarten. Baßompierre mmhmaßete etwas,und sein Argwohn nahm zu, als er sahe, daß die Marschallin von Ancre , nachdemihr Barbin einige Worte ins Ohr gesagt hatte, alsobald zur Königin Mutter eilte.Die Marschallin hustete nur an der Thüre des ttelnen Cabinets der Königin, und siewurde ihr sogleich ausgemacht. Sie redete mit ihr von dem Anschlag Barbin»und bemühete sich, ihr begreiflich zu machen, wie leicht die Ausführung kußcl«ben wäre. Sie stellte ihr vor, der Herr von Themines erwartete nichts, als ihreBefehle, mit sechs beherzten und ,kühnen Männern , für die er gut stünde; derPrinz von Condee und die, so ihn begleiteten, wären ohne Vertheidigung, und mauhätte würklich in dem Louvre eine hinlängliche Macht, um sie gefangen zu nehmen,ohne sich der geringsten Gefahr auszusetzen. Diese Betrachtungen machten anfäng-lich bey der Königin einen lebhaften Eindruck; allein, da sie ihre Anstalten auf kiesenTag nicht gemacht hatte, so konnte sie sich nimmermehr entschließe, etwas zu unter-nehmen. Der König war in die Tüileries gegangen, und sie wollte durchaus haben,daß er die Unternehmung durch seine Gegenwart gültig machen und bestättigcn sollte.Über dieses, da sie eine Aufruhr dcS Volts befürchte, so war sie gesonnen, im Fall,
daß
Kien».äs ösüomp. r.