Band 
Zwölfter Theil. Vom Jahre 1610-1630.
Entstehung
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unter der Regierung Ludwigs xm. 15z

gestatten würde, so wollte er sich seines Vermögens, etwas bey ihr auszurichten, zu-»"""--»nichts, als nur dazu bedienen, daß er ihr eine vollkommenere Unterwürfigkeit gegen 16den Willen des Königes beybrächte. Lüyncs antwortete, es wäre noch nicht Zeit, andie Erhaltung dieser Erlaubniß zu gedenken; wenn man fie aber andern zugestünde, sowollte er sich seiner Ansuchung, so er erst gethan hätte, erinnern.

Hierauf verließ ihn der Bischof von Lüson, um in die Rathsversammlung zugehen.

Als der Herr von Vlgnoles in den Saal getreten war, wo dieselbe gehalten wur-de, und das Verlangen des Königes angezeigt harte, daß man den Bischof von Lüsondabey aufnehmen sollte, so fragte der Herr von Viüeroi, in welcher Würde er dersel-ben beywohnen wollte. Er brachte diese Schwierigkeit deßwegen vor, damit er zuverstehen gäbe, daß er den Bischof von Lüson nicht mehr als Skaarsftcretär betrachte-te, nachdem nun er, nebst dem Herrn von Puisieux der eben auch, wie er,wieder nach Hof war berufen worden, die Verwaltung feines Amtes wieder angetretenhätte. Über dieses, so war auch der Vorrang, den Richelieu bis daher in dem SraatS-rath gehabt hatte, nicht so vest gegründet, daß man nicht sehr geneigt gewesen wäre,ihm denselbigen streitig zu machen - r Vignoles meldete dem Bischof von Lüson dieFrage, welche der Herr von Vtllecoi an ihn gethan hatte, und worauf er mcht zuantworten wußte. Der Bischof bat ihn, er mögke sage», daß er fich einzig und alleindeßwegen wieder bey der Rathsversammlung sehen ließe, damit er dem Befehl desKöniges Folge leistete, und daß er die Absicht gar nicht hätte, den Rang, der er bis-her dabey gehabt, noch auch das Amt eines ^raarssccretäre, womit ihn der Königbeehret härte, zu behaupten. Diese Antwort stillere die Unruhe des Herrn von Vil-leroi und der Bischof von Lüson gieng in die Rathsversammlung: Allein er that dabeynichts, als daß er sich nur zeigte, und nahm kciuen Thcil an den Berathschlagungen.

Er fierrg an , mit verschiedknen Personen zu sprechen, welche ihre Gedanken eben sowenig auf dieselben richteten, als er; und nachdem er lange genug da gewesen war, daß ersagen konnte, er hätte der Versammlung beygewohnt, so gieng er wieder fort, ohneseine Meynung eröfnet zu haben.

Man arbeitete in dieser Rathsversammlung an Aufsetzung des Briefes, den derKönig an alle Gouverneurs in den Provinzen schicken sollte, um ihnen von dem Toddes Marschals von Äncre Nachricht zu geben. Deagent hatte einen Entwurf dazu ge-wacht, der vorgelesen und gut geheißen wurde.

Man ließ den König darinnen sagen - - r DerMarsckal von Ancre und seineGemahlin hätten seines zarten Alters und der Gewalt, die sie sich von langerHand her über das Gemüth der Königin, 'einer Mutter, zuwegen gebracht hat-ten, gemißbraucht und Anschlage gefaßet, alle Macht widerrechtlicher Weise zubesitzen; dergestalt, daß ihm bisher nichts, als der bloss Name eines Königs,übrig gewesen, und daß es seinen Amtleuten und Unterthanen für ein Hauptver-brechen wäre zugerechnet worden, wenn sie zu ihm allein besonders kommen undmit einigen ernsthaften Gesprächen ihn hätten unterhalten wollen.

Der

Vmfieur hatte die Enkelin des Herrn nach durch einen gegentheiligen widerrufen, dervon Villcroi,-ehiyrarhet. vom August 1617. vatirt war.

"" Der Brstallunqsbrief, dadurch man ihmdiesen Vorrang gab, wurde vier Monate her» * " LIeicure k'rrvxvi», t. 4.

Gesch. von Frank« XU. Theil, (U)