i;S Geschichte von Frankreich
-- fanden, so glaubten sie anfänglich , man hätte sie betrogen. Andere, so die Sache
1617» bcßer wußten, benachrichtigt, n sie, daß sie den Körper des Marschals unter diesemSarg finden würden. Sie gruben ihn heraus und schleppten ihn durch die Saßen,indem sie gewaltig mit Stockschlägen auf ihn zuprüqclten und schrien : Es lebe derK önig. Man hängte ihn an einen von den Galgen , so er selbst hatte aufrichtenlaßen. Man zerschnitte fein Fleisch in Stücke; man rieß ihm das Herz heraus ; manzündete ein großes Feuer an, um ihn zu v rbrennen und diese nämlichen GalgenLieneten ihm statt des Scheiterhaufens. Endlich warf man seine Asche und die Über-bleibsel von seinen Gebeinen in den Fluß.
Der Bischof von Lüson, der zu dem päbstlichen Botschafter fahren wolltegcrketh von ungefähr mitten unter diesen Pöbel. Sein Kutscher kam mit einem vondiesen Wütenden in Streit Der Bischof furchte in diesem Augenblick, er mögte füreinen von den Anhängern des Marschals von Ancre erkannt werden , und um ihnendiese Meynung zu benehmen, so schalt er feinen Kutscher, und nannte diejenigen, wek,che den Körper des Marschals verbrannten, getreue Diener des Königes, und stell»le sich , als wenn er seine Freude bezeugen wollte, indem er aus allen Kräften schrie:Es lebe der König.
Der Erzbischof von Tours, Bruder der Marschaklkn von Ancre, der in demCollegium von Marmoutiers wohneke, verbarg sich in einem Kloster. Man nöthigteihn, wenige Tage hernach, sein Erzbißchum und feine Abtey von Marmoutiers niederzulegen; doch ließ man ihm ein Iahrgeld von tausend Thalern von diesen zwo Pfrün»den, und es war noch ein großes Glück für ihn, daß man ihm unter dieser Bedingungdie Freyheit gab, aus dem Königreich zu gehen.
Der junge Graf von la Pene wurde auf das Schloß zu Nantes gebracht, woer fünf Jahre gefangen blieb. Die Königin Mutter erhielt seine Befreyung nicht eher,als gegen das Ende des Jahrs 1622 " Ex bekam Befehl, aus dem Königreichzu gehen, und er begab sich nach Florenz, wo er im Jahr i6zi. an der Peststarb ris. Er genoß daselbst noch ein jährliches Einkommen von vierzehntausindThalern , so er von den Überbleibseln der Reichthümer feines Bakers zusammengebracht hatte.
Der Marschal von Etrees, in seinen Denkschriften von der Regentschaft,scheinet erstaunt, wegen des übertriebenen Verfahrens gegen den Marschal vcn An»ere und gegen seine Familie. „ Wenn ich, sagt er, über die Umstände des Todes des„ Marschals von Ancre nachdenke, so kann ich denselben keiner andern Ursache, alsfeinem bösen Schicksal zuschreiben, indem ein Mann, der sehr sanftmüthige Neigun-^ gen hatte, den Räch dazugegeben; und da er selbst von NakM' guttlmtch wak„ Mb wenig Personen etwas zuwider qetban lmtte , so mußte fein Unzkücksstcrn^ oder die Natur der Sachen so viel Leute wider ihn aufgebracht haben. „ So re-dete ein Mann, bcßen Zeugniß um so viel weniger verdächtig ist, weil er sich zu derPartey der Prinzen geschlagen hatte. Er hakte also mir Theil gehabt an dieser Men-ge von Schmähschriften, Erklärungen und Vorstellungen , worinnen man den Mar»schal von Aircre als einen Tyrannen, als einen Feind von Frankreich, und als ein Un-geheuer
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