Band 
Zwölfter Theil. Vom Jahre 1610-1630.
Entstehung
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unter der Regierung Ludwigs xlii. i

geheuer abmahlte, welches des allgemeinen Fluches würdig wäre. Er hatte diese "

Schriften gut geheißen, und da er gewiß einer von den besten Schriftstellern der Par- 1617.tey war, so hatte er vielleicht selbst daran gearbeitet. War er also nicht selbst derUrheber von dem übertriebenen Verfahren, darüber er bestürzt wurde ?

Die Königin Mutter mußte beständig in ihrer Wohnung bleiben, ohne daß sie Die Königindie Freyheit hatte, den König zu sehen. Man nahm die Brücke weg, die zu ihren Mutter wirdGarten führte, und man mauerte eine Hinterthür zu, damit man nicht mehr, als nur!^A.geinen Eingang zu ihr hätte. Sie wohnete gerade unter dem Könige. Man ließ sichbeyfallen, daß sie, um sich zu rächen, Pulverfäßgcn könnte versteckt haben, um dieWohnung dieses Prinzen in die Luft zu sprengen, und man hatte die Grausamkeit,ihre Zimmer und Cabinete zu durchsuchen, um zu sehen, ob nichts da wäre, was die«sen Argwohn rechtfertigen könnte. Man wollte sie, durch viele Beschimpfungen undüble Begegnungen, zwingen, daß sie selbst die Erlaubniß begehrte, sich vom Hof zuentfernen und es siel ihr nicht schwehr, sich darzu zu entschließen. Sie äußerte, daß siegerne nach Monceaux gehen wollte: Allein man wünschte, daß sie weiter gehen mög»te. Sie hielt um die Erlaubniß an, sich nach Moulins zu begeben , davon die Ein»künfte einen Theil ihres Witkums ausmachten. Der Vorschlag wurde angenommen:

Da aber das Schloß zu Moulins einer Ausbeßerung nöthig hatte, so wurde man ei«nig, daß sie sich unterdeßen zu Bloks aushalten könnte. Diese Sache wurde durchSchriften abgehandelt, die man von beyden Theilen einander zuschickte. Man ver-sprach chr, daß sie, nicht allein in der Sradt, die sie zu dem Ort ihres Aufenthalt-würde gewählt haben, sondern auch noch in der ganzen Provinz, eine unumschränkteGewalt haben sollte; daß sie daselbst alle ihre Einkünfte , ohne einige Verringerung,genießen sollte; daß man ihr die Freyheit laßen wollte, diejenigen Personen zu ihrerBegleitung mit sich zu nehmen, die ihr die angenehmsten seyn würden ; und endlichdaß sie noch vor ihrer Abreise mit dem Könige, ihrem Sohn , sollte sprechen können.

Sie verlangte , man sollte ihr den Barbin, der ihr Haußverwalter war, wiederge-ben ; aber man ertheilte ihr über diesen Punct keine bestimmte Antwort. Man begnüg-te sich, überhauptS zu antworten, daß man trachten würde, sie zu befriedigen. Manrichtete auch so gar die geringsten Umstände ihrer Zusammenkunft mit dem König« ein.

Es wurde gemeldet, baß der Marschal von Vitri und dü Hallier, sein Bruder, sich .dabey nicht sollten sehen laßen. Die eigsmlichc Ausdrücke, deren sie sich bey demAbschied von ihrem Sohn bedienen sollte, so wie auch die Antwort des Prinzen, wur-den auch gemeinschaftlich ausgemacht Man setzte sie schriftlich auf und sie wur-

den von dem StatSrarh untersucht.

Den vierdten Mai, welches der zu ihrer Abreise bestimmte Tag war, durftejedermann frey zu ihr gehen ? ,0. Sie empfieng die Besuche von dem ganzen Hofund die Complimente von allen Collegten. Sie ließ viel Standhaftigkeit und Ge,mütheruhe in ihrem Unglück blicken.

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^^ BaßoiMkkte und der Neronessagen, daß die Abreise der Königin ^Mnk>rer auf dm vierten May, als den Himmel,fartsabend , angesitzct war r Allein es sinoetsich, daß imIayr 16:7. der Hmimkgarkys'

abend auf den dritten »nd nicht den vierd«trn Mai fiele. Der Verfaßcr der Geschichteder Mmrer und des Sohns sagt, daß die-se Abreise antangs auf deu dritten Mai veffgesenr, hernach aber um einen Tag ausge,schoben tvsrden , imö daß sie den vierdtenabreistte. N. 8l.