158 Geschichte von Frankreich
-' „ Wenn meine Handlungen, sagte fie, dem Könige, meinem Sohn , miß,
1617« »' tollen haben, so mißfallen fie mir selbst : Aber er wird , wie ich sicher hoffe, schon
», einmal erkennen, daß sie ihm nützlich gewesen sind. Was den Marschal von Ancre„ anbetrifr, so bedauere ich seine Seele und die Art und Weise, die man dem Könige,, an die Hand gegeben hat, sich seiner los zu machen.
Ich hatte den König schon vor langer Zeit gebetten , mich der Sorge fürseine Regierungögeschaftc zu entledigen r»'.
Sie trug dem Herrn von Brienne auf, ihr Antwort auf die Briefe zu ver,schaffen, die sie an den König schreiben würde, und sagre ihm, daß sie hoste, erwuroe sie jederzeit als die Mutter seines Königes und als die Wittwe Veßen,der es gewesen war, betrachten.
Nachdem der König zu Mittag gespeiset hatte, so begab er sich in das Zimmerseiner Mutter, um von ihr Abschied zu nehmen. Lüynes und seine zween Brudertraten mit ihm hinein und er hielte den erster» bey der Hand.
So bald die Königin ihn sahe, so vergoß sie häufige Threnen und bedeckte ihrGesicht mit ihrem Fächer und mit ihrem Schnupptuch, um selbige zu verbergen.
Baßompierre, der gegenwärtig war, erzählet, daß sie den König bis an dasFenster führte und zu ihm sagte: , Mein Herr, es ist mir leid , daß ich ihr Reich/,, während meiner Regentschaft und meiner Verwaltung, nicht mehr nach ihrem Ee,„ fallen regieret habe; ich habe jedoch alle Mühe und Sorgfalt, so mir nur möglich„ gewesen, darauf gewendet, und bitte Sie, mich jederzeit für Ihre unterchänigsteund gehorsamste Mutter und Dienerin zu halten. »,
Der König antwortete: Madame, ich danke Ihnen unterthänigst für die»> Sorgfalt und Mühe, so Sie bey der Verwalrung meiner Regierungögefchafte an»,» gewendet haben, mit der ich vergnügt bin und wofür ich mich verbunden erkeu«ne; und ich bitte Sie, zu glauben, baß ich jederzeit Dero unterkhänigster Sohn„ seyn werde.
Der Verfaßer des >leroure brrncois nimmt an, daß der König zuerst rede,te, und die Rede , so er ihn halten läßt', ist von der erst angeführten ganz unter,schieden. Der Verfaßer der Geschichte der Mutter und des Sohns führt noch ein«dritte Rede an , welche mit den beeden andern keine Ähnlichkeit hat. Die KöniginMutter drückt sich darinnen mit so viel Nachdruck und Hoheit aus, daß man fast glau,den sollte, daß diese Rede nur nach Belieben erdacht worden. Besagter Geschicht,schreibet legt ihr folgende Worte in den Mund.
„ Mein Herr Sohn , die zärtliche Sorgfalt, mit welcher ich Sie in Ihrem„ zarten Alter auferzogen, die vielfältige Mühe, so ich gehabt, um Ihr Reich zu er,halten, die Gefahren, denen ich mich ausgesetzt habe und die ich leicht hätte vermeiden„ können, wenn ich etwas von ihrer Gewalt hätte vergeben wollen, die werden »bich„ vor GOtt und Menschen rechtfertigen, daß ich niemals etwas anders, als IhrenNutzen, zum Endzweck gehabt habe. Ich habe Sie oft gebetten, die Vermal,,, kung und Anordnung Ihrer ReglerungSgcschäfte über sich zu nehmen und mich die,,, ser Sorge zu entladen. Allein Sie haben geglaubt, daß meine Dienste Ihnen,, nicht »»nützlich wären, und Sie haben mir befohlen, damit fortzufahren. Ich„ habe Ihnen gehorchet, wegen der Ehrerbietung , so ich Ihren Befehlen schul,
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Allem, äe Liisnne, r. r.