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Geschichte von Frankreich
Alsdann lehnte sich die Königin Mutter an die Wand zwischen den zwey Fcn,stern, und fieng an bitterlich zu weinen; alle Personen vom Hof, welche um sie her,um stunden, vergaßen häufige Threnen : Allein sie war so beunruhigt, daß sie es garnicht gewahr wurde. Der Herr be la Cures - -; hatte Befehl, sie nach Vlois zu füh,rcn. Der König stellte sich auf den Balron, der vor der Wohnung der Königin, sej,ner Gemahlin, war, um sie in die Caroße steigen zu sehen, und als sie aus demLou»vre hinaus war, so lief er auf einen von den Balcons der Galerie, um sie über dieneue Brücke fahren zu sehen. Ihr Gefolg war zahlreich. Sie nahm alle ihre Haus,bediente mit sich. Die zwo Prinzeßinncn von Frankreich und alle Prinzeßinnen vonGeblüt begleiteten sie, bis nach Bourg-la» Reine. Der König reifere hierauf nachVincennes ab, um einige Tage allda zuzubringen, und den folgenden Tag kam diejunge Königin und der ganze übrige Hof nach. Eben dahin kamen auch die Herzogevon Vendome, von Nevers und von Mayenne, und stellten sich dem Könige bar,ohne daß sie irgend einen Vergleich gemacht, noch einen Lossprechungebrief wegen ihrersträflichen Handlungen sich hauen geben laßen, welches der Herr von Villeroi, der damalsdas vornehmste Ansehen in dem Staatsrath haue, für eine Sache hielt, die zu ei,nem gefährlichen Exempel dienen könnte -Er stellte vor, daß man die Empörung,deren sie sich schuldig gemacht Harun, gut hieße, wenn man sie bey Hof aufnähme,ohne zum wenigsten ein Geständmß des Verbrechens von ihnen zu fordern, das siebegangen hatten, indem sie Truppen angeworben, um wider den König Krieg zu füh,ren, und indem sie verschiedene Oerler wider seine Heere vertheidiget hatten. Alleinman wollte den König bereden, sie hätten die Waffen nur blos wider den Marschalvon Ancre ergriffen. Man mußte indeßen eine Erklärung herausgeben, um diejeni,gen zu widerrufen, die wider sie waren bekannt gemacht worden. Den eilfrcn Maywurde sie in das Parlement geschickt, welches sie noch den nämlichen Tag cimcgisirtrte:Aber diese Erklärung hatte vielmehr das Ansehen einer Schutzfchrift ihres Verhaltens,als einer Vernichtung ihres Verbrechens. Man gestünde, baß sie die Waffen zu kel,uem andern Ende ergriffen, als um sich den gewuluhätigen und vercerplicben An«schlagen des Marschals von Ancre zu Widerfetzen, der sich der Macht des Königes,wider das Jntereße Sr. Maiestar, bediente, um sie zu unterdrücken. Man erklär,te indeßen, baß ihre Waffen unerlaubt gewesen wären; welches eine Art eines Wi,dcrspruchs in sich enthielte, den jedermann bemerkte.
Der Herzog von Bouillon kam nicht mit den andern verbundenen Prinzen nachHof zurück. Er war beschäftiget, die Truppen zurück zu schicken, so er aus Teutsch»land hatte kommen laßen. Der König wollte, daß sie je eher, je lieber, aus demReich gehen sollten. Er befahl dem Herzoge von Guise, sie anzugreifen, wenn flenur ein wenig hartnäckig darauf bestehen würden, in Champagne zu bleiben. Alleindiese Truppen verlangten ihren Sold, und seit dem der bürgerliche Krieg ein Endehatte, kamen die Gesälle des Königes nicht mehr in die Kricgscaße der Prinzen. DerHerzog von Bouillon war in nicht geringer Verlegenheit, die Mittel ausfündig zu ma,chen, um die Teutschen zu bewegen, daß sie wieder nach Hause gierigen.
Der Herzog von Longueville hatte an diesem letzter« Krieg keinen Theil genom,men; Er hatte sich begnügt, in seinem Gouvernement von der Picardie zu bleiben,ohne an den Hof zu kommen, weil er mir dem Marschal von Ancre In offenbarer Unei,nigkeit stunde. Er war der erste, so wieder dahin kam, und einige Täge nach seinerAnkunft heyrathete er Mademoiselle von Soißons.
Der
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