«nter der Regierung Ludwigs xm. 16 r
Der König dankte einen großen Theil seiner Truppen -b, und diejenigen, s»man behielte, wurden in die Städte zur Besatzung gelegt. Der bürgerliche Krieghörete gewißrr maßen von sich selbst auf, und ohne irgend einen Traktat oder Vergleich,«S sey von weicher Art ee wolle; man hätte sagen sollen, daß man von beyden Sei-ten nur deßwegen stritte, weil der Marschal von Ancre im Leben war. So bald ertod war, so sahen die Franzosen von beyden Parteyen einander nicht mehr, aleFein,de, am Die Generale vereinigten sich wieder; nur allein der Herzog von Pulse ent-hielt sich , mit dem Herzog von Revers zusammen zu kommen, wegen besondererStreitigkeiten, die feit langer Zeit über den Vorrang zwischen den becden Häusern ob,walteten.
Die Armee des Herzogs von Guise war die letzte, so aus einander gieng. DieSchwierigkeit, die teutschen Truppen, so in dem Dienst der Prinzen waren, wieder inihr Land zurück zu schicken, nöthigte ihn, einige ^eit lang in Champagne zu bleiben,und er kam erst den dreyfigsten May nach Hof zurück. Zehn Tage vorher hatte Lüyne»das Gouvernement von der Bastille übernommen und ließ die Anwartschaft darauf demPcrfan, Schwager des Vitry geben, nebst dem Befehl, den Prinzen von Condeezuverwahren. Der Präsident Ieannin hatte das Amt eines Oberaufsehere über das Fi-nanzwesen , und Maupeou das Amt eines allgemeinen Vorstehers deßelben, wieder an-getreten, welches man ihm nach dem Tode Heinrichs t V. genommen hatte. Deagentwar, zur Belohnung für seine Untreue, zum Aufseher des Finanzwesens gemachtworden. Der Kanzler von Sillcri war nach Hof zurückgekommen, und man hattedem dü Vair die Siegel wieder übergeben , ohne ihm eine neue Bestallung zu erthei-len. Der König hatte sich begnügt, eine Erklärung in das Parlemcnk zu schicken,worinnen gemeldet wurde, daß man dem dü Vair die Siegel, wider den Willen Sr>Majestät, genommen hätte, und daß er die Verwaltung feines Amtes, kraft seiner al,ten Bestallung, wieder antreten sollte. Vitry hatte sich den drey und zwanzigsten indas Parlcment begeben, um daselbst den Eid der Treue, als Marschal von Frankreich,abzulegen. Der Obcrfiscal Servin hielte allda eine Rede, welche nichts anders, alseine lange Schmahcede wider den Marschal von Ancre war, in welcher er vorgab,daß dieser Marschal ein Sohn eines Notarius von Arezzo war Dieses warnichts, als ein übel gegründetes Gerücht, welches seine Feinde ausgebreitet hatten:Aber alles, was nur etwas beytragen konnte, ihn verhaßt ober verächtlich zu machen,wurde wohl aufgenommen.
Der Marschal von Vitry befürchte indeßen, man mögte ihm einmal einen pein-lichen Proceß machen, wegen des Meuchelmords, den er begangen hatte, und er er-hielt die Stelle eines außerordentlichen Raths in dem Parlement zu Paris, welcheman für ihn errichtete, damit er, im Fall einer Anklage nicht änderst, als von denversammleten Kammern gerichtet würde, tüynes hatte sich den ein und zwanzigstenMai das Amt eines Titularraths in gedachtem Parlemente geben laßen.
Der Bischof von Lüson war der Königin Mutter nach Blois gefolgt, mit Er-laubniß des Königes, welche er schriftlich haben wollte. So bald er daselbst ange,kommen war, so schrieb er an den Herrn von Lüynes , daß er gut dafür stünde, daßdie Königin Mutter nichts thun würde, so dem Hofe mißfallen könnte, und daß ertrachten wollte, sie in dieser Gesinnung zu erhalten. Als die Königin Mutter.ihmdie Stelle eines Oberaufsehers ihres Hauses und Oberhaupts ihres Raths angeboten
hatte,
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Gesch.vonFrankr.XU.THeil. (L)