unter der Regierung Ludwigs xm. 17;
der Herr von Montmorenci in ihrem Namen das Wort führet«. Dieses führet er an,-
als einen Beweis von der feinoseeligen Gesinnung, die der Herr von Lüynes gegen l6lZseinen Vater hatte. Hingegen versichern die Geschichtschreiber damaliger Zeit, daß dieStreitigkeit einzig und allein von der seindseeligen Gesinnung herrührte, welche derHerzog von Epernon gegen den Herrn von Lüynes hatte. Außer diesem, so verhieltsich der Herzog von Montmorenci als ein Mann, der weiter nichts sucht, als nur sei«nc Rechte geltend zu machen ; da hingegen der Herzog von Epernon sich als ein Mannbezeigte, der von seiner Leidenschaft erhitzt ist.
Dieser Herzog that dem Siegelbewahrer noch einen andern Schimpf an, dermit einem noch größer« Aergerniß verknüpft war " z.
An dem Ostertage , als der König und der ganze Hof dem Gottesdienst in derKirche von St. Germain. l'Auxerrois beywohnet«, wurde er gewahr, daß der Sie»gelbewahrcr sich über die Herzoge hinauf gesetzt hatte; er gieng geraden Wegs aus ihnzu und rieß ihn mit Gewalt von seinem Platz weg Dü Vair gieng zur
Kirche hinaus, und nach der Ceremonie stellte er dem Herrn von Lüynes vor, es wärenun Zeit, einem so großen Mmhwillen zu steuern, und wenn man nicht die nöthigenVorkehrungen machte, so würde der Herzog von Epernon, mit Unterstützung der übri-gen Herzoge, eine ansehnliche Partey machen, welche bey aller Gelegenheit der könk«glichen Gewalt Trotz bieten, und die Perlon des Favoriten noch weniger verschonenwürde. Der Verfaßer der Lebensbeschreibung des Herzogs von Epernon giebt zu vcr»stehen , daß der Entschluß gefaßt wurde, ihn in Verhaft zu nehmen, daß sogar vierSchweitzercompagnien waren aufgeboten worden, um seinen Palast bey der Nachtzu umringen, daß er aber zu so gelegener Zeit noch von seinen Freunden Nachrichtdeßwegen erhielte, daß er sich unrerdeßen fortmachen konnte.
Baßompierre hingegen nimmt an » 4 ,, daß man nicht suchte, den Herzog vonEpernon in seinem Hause, während seines Aufenthalts in Paris, zu überfallen , unddaß der Hof selbst ihn bedrohen ließ, um ihn zur Abreise zu bewegen. Er begab sich«us sein Landgut von Fontenai, in Brie; aber anstatt seinen Weg fortzusetzen, hielter sich allda sieben bis acht Tage auf. Der König war sehr übel damit zufrieden unddie leichte Reuterey von der Leibwache bekam Befehl, bis nach Rosoy vorzurücken.
Der Kanzler, der ein ganz besonderer Freund von dem Herzoge von Epernon war,und außer diesem auch icipe Streitigkeiten mit dem Siegelbewahrer gar nicht »ngcrnesahe, schickte einen eigenen Boten an ihn, um ihm zu erkennen zu geben, was für ei»ner Gefahr er sich durch seine geflißenrliche Verzögerungen aussetzte. Er machte sich«lsobalo auf den Weg nach Metz, wo er den zwanzigsten May ankam.
Lüynes konnte sich keine Feinde machen, ohne dadurch zugleich der Königin Mut,ter Anhänger zu verschaffen. Als man sahe, daß sich der Herzog von Epernon offen-bar mir ihm entzweyete, so ermunterten ihn verschiedene Personen, entweder aus Er«gebenheit gegen sie, oder aus Haß wider den Günstling, er sollte sich für die Sachedieser Fürstin erklären. Einige wendeten sich unmittelbar an den Herzog und die andernredeten mit dem Erzbischof von Toulouse, seinem Sohn » 4 -. Chantcloube, einervon den vornehmsten Vertrauten der Königin Mutter, schrieb von Biois aus an die»sen Prälaten und schlug ihm «ine Zusammenkunft aus einem Landhause vor. Der
(P) 3 Brief
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