Band 
Zwölfter Theil. Vom Jahre 1610-1630.
Entstehung
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!?2 Geschichte von Frankreich

- er hätte indeße» seine Unrechtmäßige Anmaßung ihm vorgehalten, ohne daß er davon

l6lZ. hätte abstehen wollen Er vergaß nicht, anzuführen, daß vor Zeiten die Großendes Reichs, ob sie gleich keine Herzoge waren, den Kanzlern in den Raihsversamm»lungen vorgiengen, welches noch unter den letzten Regierungen üblich gewesen wäre;und er brachte eine Urkunde zum Vorschein , vurch welche einer von unfern Königendem Grafen von Lava! den Vorsitz vor dem Kanzler gäbe. Dü Vair, da er sahe, daßder König nicht aufstunde, glaubte, es käme ihm zu, seine Sache zu vertheidigen;Er fieng damit an, daß er erklärte, er wollte weder Rang, noch Vermögen, nochEhre in dem Königreich haben, als nur in so weit es Se. Majestät für nützlich zurBeförderung Dero Dienstes halten würde. Sodann kam er auf die Sache selbstund fügte hinzu: .. Der Herr von Epernon sagt, ich hätte mich dieser Stelle, zum„ Nachtheil der Herren Herzoge, unrechtmäßiger Weise angemaßet: Stre, Sie ha»„ den mir dieselbe gegeben, weil Sie mir ein Amt ertheilet haben, welches bcmjeni»,, gen des Herrn Kanzlers, vollkommen gleich kommt. Ich habe mich zur Zeit der„ Königin, Dero Frauen Mutter, wohl jwölfmal in dem Sraarsrathe bey Cuercr», Majestät befunden, wo die Herren Herzoge alle, ausgenommen der Herr von Eper»„ non und der Herr von Ventadour, welche abwesend waren, sich mir nachgesetzt„ haben. „

Der Herzog von Epernon, der ihn mit Ungedult anhörte, fiel ihm in die Re,de und sagte: Wahrhaftig, Sie haben sich Briefe qesiegelr und eine solche Ge«walt gegeben, wie Sie nur selbst gewollt. Dü Vair antwortete: Nein, meinHerr, der König selbst bat mir die Ehre erwiesen, meine Briefe, in Gegenwartder Herren Prinzen, zu besiegeln. Der König sagte: Ja, ich habe es gethan.Wir sind nicht dazu gefordert worden, erwiederte der Herzog von Epernon. DüVair versetzte darauf, es wäre nicht gewöhnlich, jemand zur Entscheidung von der»gleichen Sachen zu fordern. Er forderte die andern Herzoge nicht darzu, fuhr erfort, als er Ihnen Ihre Briefe gab-

Der Herr von Brienne fügt hinzu, daß dü Vair sich gegen den Kanzler vonSillerl wendete, und ihn öffentlich beschuldigte, er hätte ihm diese» Handel zugezo»gen, und daß diese zween Herren, in Gegenwart Sr. Majestät , in einen hartenWortwechsel geriethen. Der Kanzler sagte zu dü Vair, er wäre ein böser Mann,und rüste GOtt zum Zeugen an, daß er ihn ungerechter Weiss beschuldigte. DerKönig stund auf, um diesen Streitigkeiten ein Ende zu machen, und sagte, er wollteschon sehen, was zu thun wäre. Alsdann entrüstete sich der Herzog von Epernon wi»der du Vair, so gar, daß er ihn einen unverschämten Mann hieße, und sagte zudem Herzog von Gruft, der Admiral von dem mittelländischen Meer war : Sie gehe»zu Schis wider die Seeräuber, da man die Räuber auf dem Lande verjage»muß

Der Cardinal von la Valette beschwehrt sich in einer Erzählung, die von ihmden Namen führet , daß der Herr von Lüynes diesen Handel einzig und allein demHerzog von Epernon zuschrieb, da doch alle andere Herzoge Theil daran hatten, und

der

"v klem. äs krienne, k. k. ^ gesetzt, ob es gleich außer Zweifel ist, baß sie

2 *' Das meiste von dieser umständlichen lange vor der Einweichung der Kömmt» Mut»Nachricht ist aus einer »vn dem Herrn du Vair ter aus Avis entstünde. Nun ist aber jeder»

gelchriebkne» Erzählung genommen, welche dü mann darinnen einig, daß die Eittweichung die«Chesne irr die Geschichte der Kanzler mit ringe« ser Furstia in das Jahr > 6 > 9 . zu setzen ist.rückt hat- DieStreitigkeik, so er mit Leu Her« R.elsr «iu csra äe I, Valerie äsn, l«

zogen hatte, wird darinnen in das Jahr r6,o. recuml ä'H>uber§, t» e.