Band 
Zwölfter Theil. Vom Jahre 1610-1630.
Entstehung
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176 Geschichte von Frankreich

—--Mutter- Eh« man sie fortschickte, nahm Lüynes Abschrift davon, und er glaubte

l6l8. diese Art alle Geheimniße der Maria von Medicis zu wißen.

Als Barbin den schlechten Nutzen sahe, den die Versammlung des Ausschußesder Stände gebracht hatte, so rieth er ihr, aus Blois zu entweichen und eine Par-tey wider den Favoriten aufzurichten. Die Königin Mutter machte ihm die Herrennahmhaft, die ihr zugethan waren und ihre Dienste anboten.

Da Lüynes sahe, daß Barbin Mittel gefunden hatte, ihr aus dem Innerstender Bastille mit Rathschlägen an die Hand zugehen, so zweifelte er nicht, daß derBischof von Lüson, der weit mehr Freyheit hatte, sich nicht auch bemühet«, ihr mitguten Rath behülflich zu seyn. Vielleicht ersähe er auch aus den Briefen , dieer öfneke, wie sehr sich die Königin Mutter auf die Ergebenheit dieses Prälatenverließe.

Seit dem er in selnen Kirchensprengel verwiesen war, schiene er sich mit nichts,als mit den Pflichten und Verrichtungen seines Amtes zu beschäftigen. Er gab allda«ine Schrift wider die Protestanten heraus, die sehr hoch geschätzt wurde , die aberLoch nicht hinlänglich war, den Herrn von Lüynes zu überzeugen , daß dieser Prälatseine ganze Aufmerksamkeit auf die Gottesgelahrtheit und Aufsicht über feinen Kirchen-sprenge! richtete. Er erfuhroder argwohnet«, daß derselbe noch eifriger darauf bedacht wä-re, der Königin Mutter mit seinen Rathschlägen an die Hand zu gehen, und um ihn nochweiter von dieser Fürstin zn entfernen, so bewog er den König, daß er ihmBefchlzu-schickte, sich in die Grafschaft Avignon zu begeben.

Als der Bischof diesen Befehl an dem Mittwoch in der Charwoche erhaltenhatte, so rcisete er am Charfreytage ab , nachdem er dem Könige geschrieben halte,daß er keinen Aufschub nehmen wollte, ihm seinen Gehorsam zu bezeugen, und daß erSe. Majestät bäte, sein Verhalten durch billige und unpartcyische Leute untersuchenzu laßen. Der Marquis von Richelieu, ältester Bruder des Bischofs von Lüson,und der Herr von Pontcourlay, sein Schwager, wurden mit ihm In die gedacht«Grafschaft verwiesen.

Um die nämliche Zelt bekam Bartholink, Resident des Großherzogs an demfranzösischen Hofe, Befehl, sich aus dem Königreich zu begeben. Man nahm zumVorwande, daß sein Herr in dem Havcn von Livorno einige Barken hatte anhaltenlaßen, welche mit Güter» , die französischen Kaufleuten gehöreten, beladen waren,weil er vorgab, man härte in dem Haven von Samt-Trope; den Florentinern auch der-gleichen Schiffe weggenommen.

Man ergrief diese Gelegenheit, um sich einen Mann vom Hais zu schaffen,den man in Verdacht hielte, daß er heimlich für das Intereße der Königin Mutterarbeitete.

Der Pabst beschwehrte sich darüber, daß man den Bischof von Lüson ausseinem Kirchensprengel verwiese. Wie wird es, sagte er zu dem Herrn von Mar-quemonk^-, mit seinem pflichtmaßigen Aufenthalt in seinem Bißthum stehen,und was wird man dazu sagen, wenn man siehet, daß ihm verwehret ist, dahinzu gehen, wohin er vermög seiner Pflicht gehen soll? Wenn man sich doch we-nigstens der Gewalt meines Botschafters bedient hätte , um ihm diesen Befehlzu ertheilen, rc.

liettre äe IVllr. äs IVlrrguemvvt, äu 17. bis», lsiS. L.ecuoU ä'L»b«zf, t. 1.