unter der Regierung Ludwigs xm. 177
Der Herr von Marquemont, der wegen dieser Sache noch keine Nachricht von "
dem Hof erhalten hatte, antwortete dem Pabste, es wäre nicht zu vermuthen, daß der L6lZ«König den Bischof von Lüson, ohne starke und wichtige Gründe, sollte verwiesen Ha,den, indem alle Handlungen Sr. Majestät von Gerechtigkeit und Gottesfurcht zeuge,ken; was den Aufenthalt in feinem Bißthum anbeträfe, so hätte der Bischof von Lü-son genugsam zu erkennen gegeben, daß er keinen sonderlichen Eifer härte, diese Pstichezu beobachten, weil er zwey Jahre lang das Amt eines Staatssecrekärs verwaltet,welches ihn nöthigte, beständig an dem Hofe zu bleiben. Der Cardinal Borghesefügte hinzu, . dieses Exempel könnte zu einer sehr gefährlichen Folge gereichen, und„ wenn ein allcrchristlichster und so goltesfürchkiger König, wie Ludwig XUl. mit„ den Bischöfen, obgleich mit Recht, aus eine solche Art umgienge, so würden„ sich nachgehende andere Fürsten und Potentaten finden, die, ohne Recht und Ursa-,» che, mit allerhand Gewaltthätigkeiten und Unterdrückungen wider die Geistlichen ver,
„ führen. „
Der Herr von Marquemont ermangelte nicht, dem Könige von den Unterre,düngen Bericht zu ertheilen, die er mit dem Pabste und hieraus mit dem CardinalNepoten, wegen der Verweisung des Bischofs von Lükon, gehabt hatte. Der Kö-nig antwortete durch ein Schreiben vom fünften Iunius rSig- daß es ihn sehr bc«fremdete, daß der Pabst ein Mißvergnügen über den Aufenthalt dieses Prälaten inder Stadt Avlgnon bezeugt hatte, da doch selbiger, als em Geiirlicher, nirgendsbester, als in einem der Kirche gehörigen Lame, aufgehoben wäre. Er wartetekeineswegs, fügte er hinzu, seine Amrsverrichtungen m, sondern ich habe viel-mehr entdeckt, daß er heimliche Ränke, zum Nachtheil meines Dienstes, spielete.
Der Herr von Puiflcux schrieb ihm zu gleicher Zeit, der königliche Staatsralhhabe erachtet, daß der Pabst etwas stolz thäte, da er sich über die Verweisung desBischofs von Lüson nach Avignon aufhielte; wenn dieser Prälat sich begnügt hätte,nur blos einen guten Bischof in seinem Kirchensprenge! vorzustellen, so würde er sichnicht in diese Umstände gebracht haben; Er wäre aber eines von Venen Gemüthern ,die sehr weit über ihre Pflicht gehen und in einer öffentlichen Zerrüttung sehr ge-fährlick sind; man härte dem Pabst mit gutem Fuge die schlechte Neigung vorgestellt,welche dieser Prälat zu dem Aufenthalt in seinem Bißthum bezeugt hätte, indem ersich zwey ganze Jahre lang von seinem Kirckenjprengel entkernr, um, wie die an-dern , zu den Verwirrungen des Staats zu helfen ; man hätte übrigens auch, daman ihm den Befehl gegeben, nach Avignon zu gehen , an den Vicestgaten geschrie-ben , um diese Entschließung zu rechtfertigen, und der Pabst müßte auf diese WeiseHinlängliche Nachricht von denen Gründen erhalten haben, welche den König zu ei,nem solchen Verfahren gegen den Bischof von Lüson bewogen hatten.
Man zeigte noch größere Beyspiele eines strengen Verfahrens, um der Könst Manmachtdengin Mutter alle Hofnung zu benehmen, eine Partey in dem Reiche zu machen. Der Dienern berKs«große Rath erhielt, durch einen außerordentlichen Auftrag, Befehl, allen denjenigenden Proceß zu machen, die Schmähschriften wider die Regierung Herausgaben, oder * ^ ^
sich auf eine oder die andere Art bemüheten, Unruhen in dem Staate zu erregen.
Allein Lüynes wußte, ungeachtet aller seiner Untersuchungen, nichts von denheimlichen Unterhandlungen des Ruccelai, deßm Name sich nicht in den Briefen,und auch nicht in den Papieren, die man weggenommen hatte, fand.
Dieser
Gesch.von Franke. XII. Theil.
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