Band 
Zwölfter Theil. Vom Jahre 1610-1630.
Entstehung
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Geschichte von Frankreich

Lüynes war damals auf dem höchsten Glpfel der Gunst Der Könlg hatte1619. d!e Herrschaft Maillee in Touraine, für ihn zu einem Herzogthum und Palric, unterdem Namen von Lüynes, erhoben: Sein jüngster Bruder hakte die Erbin des Hau»fts von Ailly gehcyrathet, welche ihm zum Heyrarhgut die Herrschaften von Chauneund von Pequigny zubrachte, unter der Bedingung, daß er den Namen und dasWappen dieses vornehmen Hauses führen sollte, uns in Betracht dieser Verbindunghatte ihn der König zum Marsch«! von Frankreich gemacht. Der Herzog von Lüynesund seine zween Brüder waren mit unter der Zahl von neun und fünfzig Rittern desOrdens, welche der König gegen da» Ende dieses Jahrs erncnnete, und welche dieseEhrenzeichen den letzten December in der großen Augustinerkirche erhielten. Vor derCeremonie ihrer Aufnahme hatte Lüynes die Liste derselben der Königin Mutter über»schickt, welche eifrig um eine Stelle für den Herrn von Marillac und für den Grafenvon Montsoreau anhielte, denen solche schon seit langer Zeit war versprochen wor»den r»?. Allein der Favorit achtete ihre Empfehlung nicht, und man merkte an,daß alle Herren, welche Bedienungen in dem Hause dieser Fürstin hatten oder für An»Hänger von ihr gehalten wurden, keinen Antheil an dieser Ehre erlangten. Unter denneun und fünfzig Rittern waren vierzehn, welche von dem König ernennet wurden:Man ließ dem Ordenscapitel die Freyheit, die andern zu erwählen. Aber diejenigen,aus welchen das Capitel bestünde, waren dem Willen des Favoriten so Unterthan, daßihre Wahl seinen Gesinnungen vollkommen gemäß ausfiele.

Das erstaunliche Glück des Lüynes und seiner Bruder erregte den Neid derKofleute und machte ihnen viele Feinde. Man gab täglich neue Satyren wider denFavoriten heraus. Zu der Zeit, da er um die Erbin von Pequigny für seinen Bru»der Cadenet anhielte , stritte der Churfürst von der Pfalz, ein Bundesgenoß vonFrankreich, mit dem Kaiser Ferdinand um die böhmische Krone. Die Fräulein vonPequigny war bey der Jnfantin Jsabella auferzogen worden, und man konnte ste nichtohne Einwilligung des spanischen Hofs heyrakhen -s». Man gab vor, Lüynes habesich anheischig gemacht, den Churfürsten hülflos zu laßen, wenn man feinem Bruder«rlaubete, die Erbin von Pequigny zu heyrakhen, und man beschuldigte ihn, er habebey einer so wichtigen Gelegenheit den Vortheil des Staats der Erhöhung seiner Fa»miste aufgeopfert.

Es ist indeßen doch wahr, daß er die Herren vonAngoulcme, von Brthüne undvon Chatern-neuf nach Teurschland geschickt hatte, um allda die Sache des Chur»fürsten zu unterstützen. Diese drey Gesandte vermittelten einen Vergleich zwischenden zwo Parteyen, auf einer Versammlung, die zu Ulm gehalten wurde. Manschloß allda einen Tractat, durch welchen die protestantischen Fürsten in Teutschland,welche dem Churfürsten von der Pfalz Kriegsvölker gaben, und die katholischen Für»sien , welche dem Hanfe Oesterreich dienten, sich anheischig machten, die Waffen nie,derzulegen, und die beeden Prinzen, welche Anspruch au ble Krone von Böhmen mach»ten , ihren Streit mit ihren eigenen Kräften ausmachen zu laßen. Dieser Tractatwurde von den protestantischen Fürsten vollzogen, welche ihre Truppen abdankten:Aber der Herzog von Bayern und die andern Fürsten von dieser Partey fuhren fort,dem Kaiser Ferdinand, nach, wie vorher, beyzustehen, welcher den Churfürsten vonder Pfalz in der Schacht bey Prag überwand. Man behauptete, die drey Gesandtehätten an dieser Untreue mit Schuld gehabt, und ste hätten die protestantischen Fürsten,

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