Band 
Zwölfter Theil. Vom Jahre 1610-1630.
Entstehung
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unter der Regierung Ludwigs xm. roz

auf Befehl des Herrn von LüyneS/ betröge«/ dep. sich/ wle man sagte/ mit dem Hau--

se Oesterreich verstünde/ um die Einwilligung zu der Heyralh seines Bruders zu er» 1619.halte«/ wie auch wörtlich erfolgte.

Als sich das Gerücht ausgebreitet hatte/ daß der König ihm die Stelle einesConnctablc/ die seit dem Tode des Herrn von Montmorenci ledig war/ geben wollte/so sagte der Herzog von Maycnne öffentlich / daß es sehr zu bewundern seyn würde/wenn man einen Mann zum Connetable machte/ der noch nicht einmal wüßte/ wieviel ein Degen wiegt. Man gab eine Schmähschrift heraus/ welche den Titel führ-te: Erinnerung an den König/ wegen der Wiederaufrichtung der Stelle einesConnetable / worinnen der Herzog von Lüynes sehr heruntergemacht wurde. EinEdelmann/ der vormals einen Streit mit dem Herrn von Branres gehabt hatte /wurde in- Verdacht gehalten / daß er der Verfoßsr davon wäre. Man setzte ihn indie Bastille und das Parlement erhielt Befehl/ ihm seinen Proceß zu machen. Erwurde verurtheilk/ daß er im Hemde-und mit dem Strick um dem Hals öffentlich« Ab-bitte thun mußte; und nach der Vollziehung des Urtheils brachte man ihn wieder indie Bastille / worinnen er auf Zeit seines Lebens gefangen bleiben sollte. Dieses Exem-pel der Schärfe hielte keineswegs den Lauf der Schmähschriften auf; es diente viel-mehr nur zur Vermehrung der Anzahl dersclbigen. Die Mißvergnügten betrachte-ten die Stadt Angers/ wo die Königin Mutter alle Gewalt hakte/ als eine sichereFreystatt für sie.

Um nun ihnen diese Zuflucht zu benehmen / so bemühet« sich der Herzog vonLüynes feiner Seit«/ die Königin Mutter nach Hof zu bringen / wo man auf ihr Ver-halten genäuere Achtung geben könnte

Der Herzog von Montbason erhielt Befehl/ sich zu ihr nach Angers zu bege,ben / um ihr die Sache vorzutragen. Der König reisetc zur nämlichen Zeit mit seinemganzen Hause von Fonkainebleau ab und kam bis nach Orleans / in der Absicht die Kö-nigin Mutter aus ihrem Gouvernement von Angers zu vertreiben und sie mit Gewaltzu zwingen / ihm zu gehorchen.

Diese Handlung beleidigte die Königin Mutter / welche sich gegen den Herzogvon Montbason darüber beschwehrte. Dieser hatte sich zuerst an den Bischof von Lü-ftn gewendet/ und sich der Versprechungen und Drohungen bedient/ um ihn zu bewe-gen / daß er die Absichten deö Hofs zu befördern trachtete/ so wie er sich barzu anhei-schig gemacht/ als man ihn aus dem Ort seiner Verweisung zurückberufen hatte. DerBischof war ziemlich geneigt dazu: Allein er unterstund sich nicht/ sich frey herauszu,laßen / indem er befürchte/ es mögte die Königin Mutter/ deren ungewiße und unent-schloßeve Gemüthsart ihm bekannt war/ sein Thun nicht gut heißen. Er versprachnur blos überhaupkS/ daß er der Königin niemals etwas rathen wollte / das dem In-tereße des Königs und dem Wohl des Staats zuwider wäre. -, ,.

Maria von Medk^ ließ sich mit dem Herzoge von Montbason in eine umständ« 1620.lichere Erläuterung ein; Sie erklärte ihm alle Ursachen / sich zu beschwehren / die manihr / seit ihrer Versöhnung / gegeben harte. Sie bestund besonders darauf / daßverschiedene Artikel des Tractats von Angouleme unerfüllt geblieben / worunter auchderjenige war/ der die sechsmal hundert tausend Thaler/ die man ihr/ zur Bezahlungihrer Schulde«/ versprochen hatte/ anbetraf. Sie ließ einen heftigen Verdruß dar-über blicken / daß der König bis nach Orleans vorgerückt war/ in der Absicht/ mit

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