Band 
Zwölfter Theil. Vom Jahre 1610-1630.
Entstehung
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unter der Regierung Ludwigs xm. 207

Als man aus der Rarheversammlung gieng, so kam der Herr von Roullet, —————Oberbannrichter von der Normandie , und sagte zu dem Könige, cS wäre nicht rathe l 62 v.sam , daß Se. Maj stät in eigener Perlon in diese Provinz giengen, wo Sie nichtsals Aufruhr und Mißvergnügen finden würden. Sie sind nicht bey meinem Ra-„ the, antwortete ihm der König, ich habe einen großmüthigern Entschluß gefaßt.

„ Wenn auch die Wege ganz mir Waffen gepflastert wären, so will ich doch meine„ Feinde über den Hausen werfen, we«l sie keine Ursache haben, sich wider mich zu er-„ klaren, der ich niemand beleidiget habe. Sie werden das Vergnügen haben, sol-„ ches zu sehen; Ich weiß, daß Sie dem hochseeligen König, meinem Herrn Vater,allzuwotzl gedienet haben, als daß Sie sich nicht darüber erfreuen sollten. „

Man fertigte Patente aus, um in allen Provinzen Truppen anzuwerben. Al-le Gouverneurs erhielten Befehl, für die Sicherheit der Plätze, worinnen sie com-mandirten, Sorge zu tragen. Der Marscha! von Ttzcmineö wurde in Summe, derGraf von la Rochrfoucaut in Poitou, und der Marquis von Courtcnvaux in Tourai-ne geschickt. Der Herzog von Nevers bekam Befehl, Truppen in Champagne an-zuwerben, und sich dem Einrücken der Soldaten zu widersetzen, die Barbin in demLüttichischen versammlcn ließ.

Ehe -er König von Paris abreisete, so ließ er alle Obergerichte zusammen be-ruffen und befahl ihnen, während seiner Abwesenheit für die Ruhe feiner guten StadtParis Sorge zu tragen, wo er die Königin, seine Gemahlin, nebst dem HerrnKanzler und einigen Mitgliedern des Staatsrathes, zurückließe. Er sagte zu ih-nen , daß seine Reise nicht lang seyn würde, und daß er in drey Wochen wider zu,rück zu kommen gedächte.

Die Prinzen, welche sich nach Angers begeben hatten, brachten , so wie esder Präsident Ieannin vorausgesehen hatte , viel Unruhe und Verwirrung inden Staarsrarh der Königin Mutter. Als sie erfuhren, daß der König vier Abge,ordnete zu ihnen schickte, so that der Herzog von Vendome den Vorschlag, man solltesie als Gefangene behalten, oder wenigstens zurückschicken, ohne sie anzuhören -s-.

Der Bischof von Lüson wollte im Gegentheil, daß man sie mit Ehrenbezeigungen em-pfangen und ihre Vorschläge anhören sollte. Indcßen behielte die Meynung des Her-zogs von Vendome die Oberhand, und man schickte einen Courier an die Abgeordnetendes Königs, um ihnen zu melden, daß die Königin Mutier fle nicht vor sich laßenwollte. Aber der Bischof von Lüson machte, in einer besondern Unterredung, dieserFürstin die nachkheiltgcn Folgen dieses Verfahrens so wohl begreiflich , baß man denAbgeordneten durch einen zweyten Courier zu wißen that, daß sie ihre Reise fortse-tzen könnten und daß mau entschloßen wäre, sie anzuhören. Ihre Unterhandlung waranfangs ganz fruchtlos. Der neue Staatsrath der Königin Mutter wollte, ehe er ei-nen Schluß faßte, vorher sehen, was für einen Fortgang die Waffen des Königes inder Normandie haben würden.

Ludwig gieng den siebenden Julius von Paris ab, in Begleitung des Herrn DerZköaiqgr-Herzogs von Anjou, seines Bruders, und des Prinzen von Condee, mit einer Ar- bet in die Nor-mer von achttausend Mann zu Fuß und achthundert zu Pferd. Er hielt den achten mandie.sein Nachtlager zu Magny, und an dem nämlichen Tag langten seine Ouarriermeisteczu Rouen an. Der Herzog von Longueviüe war noch daselbst. Er halse getrachtet,

sich

IM «als. üe L.VMS XIH.