Band 
Zwölfter Theil. Vom Jahre 1610-1630.
Entstehung
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Geschichte von Frankreich

und der nur nach feinem eigenen Sinne handelte, hatte erklärt, daß er seiue Gouver,1622. nements nicht verläßet, könnte, allwo seine Gegenwart unumgänglich nothwendig wä-re. Er war sogar dem Edelmann, dem der König aufgetragen hatte, ihm seine Ge-sinnungen zu erkennen zu geben, mit harten Worten begegnet; und obgleich dieser Edel,mann mit neuen Befehlen zu ihm kam, die noch genäuer waren, als die erstem, sowurde er doch nicht beßer empfangen, und dem Könige wurde eben so wenig, als vor,her, von ihm Gehorsam geleistet. Dieses bewog Ludwigen, daß er den Entschlußfaßte, selbst in Poiton zu gehen und Hülfe zu schaffen, und sodann durch Guienne inLanguedock einzurücken, anstatt sich geraden Wegs durch Lionnois dahin zu begeben.

Er reisete den dreysigsten März von Blois ab, und als er durch Saumür gieng,aliwo er den fünften April anlangte, so befahl er, daß man die Bevestigungswerke,welche Düpleßks«Mornay an der Vorstadt von Croix - Berte mit großem Aufwandhatte erbauen laßen, schleifen sollte. Er vereinigte das Gouvernement von dieserStadt mit dem von Anjou; er zog einige Compagnien von dem Regiment von Navax,ra heraus, welche er zu ferner Armee stoßen ließ, und er legte eine Besatzung hineinvon dreyhunderk Mann zu Fuß, über welche der Herr von Aiguebonue Befehlshaberwurde, und eine Compagnie leichter Reuterey des Marquis dü Bcllay, Generallicu,tenants von der Provinz. Die von dem König befohlene Schleifung der BevestigungS,werke wurde den funfzehnden Mai völlig vollendet.

Den zehnden April kam Ludwig zu Nantes an, allwo er sich nicht länger , alseinen Tag, aufhielte. Die Königin Mutter wurde allda krank, und befand sich außerStande, chn zu begleiten. Er erfuhr, daß der Herr von Soubise sich in die InselRiee gezogen hatte, welche man nicht, wie einige Geschichtschreiber gethan haben, mitder Intel Rhee, die bey Rocheüe liegt, vermengen muß. Es wurde beschloßen, daßmar?ihn in diesem Posten bezwingen, und an zwey Orten angreifen wollte. DemPrinzen von Condee wurde der erste Angrif, auf der Seite des Dammes von Pcrker,und dem Grafen von ka Rochefoucaut der andere, auf der Seite von Saint - Gilles ,aufgetragen.

Den funfzehnden April kam der Marschal von Vitri, nebst den Generalquartier,meistern Zamet und Marillse, in die Insel Perier, und zu glcichcrZeit rückte der Grafvon ka Rochefoucaut auf der Seite von Saint-Gilles vor.

Der König war in der Mitte, an der Spitze seiner Gendarmerie. Er hattebey sich den Herrn dü Hallicr, Hauptmann über die Leibtrabanten, den Grafen vonSchomberg, die Herren von Courtanvour und von Hümieres, welche beede Ober,kammerjunkern waren; den Marquis von Nesle und den von Mortemart, den Herrnvon Liancourt und einige andere ansehnliche Standesherren, mit welchen er etwas ver,trauter umqieng. Er begab sich zu dem Angrif, den der Prinz von Condee führte,nnd um Mitternacht setzte er durch den ungefähr fünfhundert Schritte breiten Cana!von Beße, um auf die Insel Riec zu kommen rDem Fußvolk gieng das Waßerbis an den Gürtel. Der König war zu Pferd, so wie auch die Herren von seinem Gc,folge. We Finsterniß der Nacht, die tiefen Löcher, so unter dem Waßer verborgenfern konnten, das Feuer aus dem Geschütze, so die Feinde hatten machen können, umsich dem Einrücken in die Insel zu widersetzen, alles dieses machte diesen "Hergang soschwebe, als gefährlich. Allein Ludwig war von Natur unerschrocken; und man kannwohl sagen , daß er bey dieser Gelegenheit zeigte, daß keineArt von Gefahr im Stand?wäre, ihn aufzuhalten.

Der

kernsȊ, !. 7.