Band 
Zwölfter Theil. Vom Jahre 1610-1630.
Entstehung
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unter der Regierung Ludwigs xm. 267

Der Herr von Soubife, der sich in den Flecken von Ries gezogen hatte, war» — - ^

tets nicht, bis seine Vcrschanzungen angegriffen wurden. So bald er erfuhr, daß 1622der König anrückte, so wiech er und ließ sein schwehres Geschütz und feine Feldgeräth»schaften im Stich; und man fände darunter viele Wagen, die mit zertrümmerten Glo»cken beladen waren, welche die Hugenoten, bey der Plünderung der katholischen Kir-chen , weggenommen halten. Seine Absicht war, sich nach Rochelle zu begeben, under hatte einige Barken in völliger Bereitschaft, um seine Soldaten einzunehmen.

Aber sie sprungen mit solcher Übereilung und Unordnung hinein, daß verschiedene vondiesen Barken untergiengen; andere konnten nicht wohl fortkommen, wäl die Ebbeallzusehr abgelaufen war.

Diejenigen, so zurückblicken oder wieder an das Land kamen, wurden von denTruppen des Königes angefallen, welche mehr, als fünfzehnhundert von ihnen töde,ken, und ungefähr sechs bis siebenhundert zu Gefangenen machten. Soubise kamnach Rochelle mit ungefähr vierhundert Man«. Die Hugenoten selbst konnten nichtumhin, sein Verhalten öffentlich zu tadeln. Man fragte den Baron von la Motte,

Saint - Scurin, einen protestantischen Edelmann, warum die hugenotischeu Truppenbey diesem Vorfall fo wenig Herzhaftigkeit gezeigt hätten. Unser General, sagte er,iir Schuld daran ; er hat sich nicht entschließen können, zu fechten, man mogteihm sagen, was man nur immer wollte Er fügte hinzu, daß er bey der

letzten Berathschlagung, die man gehalten, so viel Unentschloßenheit hatte blicken laßen,daß einige unter ihnen in Versuchung geriethen, ihn niederzustoßen, indem fie sahen,daß er auf dem Punct stunde, sie zu veriaßcn.

Man fand unter den Gefangenen verschiedene Offkciere, welche unter der Be*satzung von Saint-Jean d'Angeli dienten, als dieser Ort an den König übergieng,und welche sich folglich, durch den wegen der Übergabe geschloßenen Vergleich, aus,drückiich anheischig gemacht hatten, die Waffen nicht mehr wider ihre» Oberherrn zuführen. Die Herren von Vcndome, von Schomberg und von Hümieces baten denKönig, er mögte ihnen verzeihen, oder doch wenigstens fie als Kriegsgefangene hal,tcn laßen. Aber der Prinz von Condee setzte sich nachdrücklich darwider. Er stelltevor, daß diese Gefangene, nachdem sie das Versprechen, so fie gethan hatten, nichtgehalten, keine Gnade verdieneten, und daß dergleichen Vergchunge« in Spanien nie,mals ungestraft blieben. Ludwig übergab die Untersuchung dieser Sache dem SraatS,rath, wsrinnen entschieden wurde, daß man die Edelleute als Kriegsgefangene anst,hen, gegen die gemeinen Soldaten aber nach aller Schärfe der Gesetze verfahren sollte.

Man führte deren mehr als fünfhundert und achtzig nach Nantes. Dreyzehn davonwurden gehängt, und fünfhundert und fünf und stebcnzig wurden auf die Galeerenverurtheilt.

Der König ertheilte, nach Erhaltung dieses Siegs,'dem Grafen von la Ro,chefoucaur Befehl, das Schloß von la Chaume zu belagern, worinncn eine Besatzungvon fünfhundert Mann war, welche sich den achtzehnden April, nach der ersten Auf,forderung, ergaben.

Während, daß die Waffen des Königes alle diese Vortheile in Poitou erhlel» Krieg in Gutta-ten , vertheidigten sich die Hugenoten in Guienne wider den Herzog von Elboeuf. Er ne.belagerte Momravel, und den drey und zwanzigsten Hornung wurde die dafige Vor- Belagerung vonssadt durch den Hauptmann Madaillan mir Gewalt eingenommen, welcher aber Tags Mvittravei.

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