Band 
Zwölfter Theil. Vom Jahre 1610-1630.
Entstehung
JPEG-Download
 

270 Geschichte von Frankreich

, men, und er behauptete stets, daß keine geringere Macht, als die ganze Armee de-Iv22. Königes, zur Eroberung dieses Platzes erforderlich wäre. Es wurde also beschlos-sen , daß der König in Person, mit seiner ganzen Macht, die Belagerung deßeldenunternehmen sollte.

Die Truppen setzten sich in Marsch, und man versicherte sich, im Vorbey-gehen , der Stadt Taillebourg und des Schloßes. Der berühmte KriegsbaumcistecPompejus Targon diente bey der Belagerung von Royan, wo man zween Angriffemachte. Bey dem ersten wurde die Bastey von Soubtse von dem Regiment vonNavarra erobert. Die Belagerten hatten allda eine Mine gemacht, welche entdecktwurde. Sie ließen eine andere bey dem zweyten Angrif springen, welche fthr vieleSoldaten und einige Officiere in die Luft schickte: Aber endlich mußten sie doch derTapferkeit der königlichen Truppen weichen. Den eilften Mai verlangten die Aufrüh-rer einen Vergleich zu treffe»; dieses war der sechste Tag der Belagerung, seit derAnkunft des Königs. Man verwiüigre ihnen die Erhaltung ihres Lebens und dieErlaubniß, flch nach Rochelle zu begeben.

Ludwig hatte, wahrend der Belagerung, «ine Unerschrockenheit gezeigt,welche verursachte, daß man mehr, als einmal, für sein Leben in Furcht stunde.

Eines Tags stieg er drey oder viermal auf den Auftritt des Laufgrabens, umalles frey in Augenschein zu nehmen, und er blieb so lange allda dem Feuer der Fein-de ausgesetzt, daß die Officiere, so bey ihm waren , über die Gefahr erzitterten ,worinnen fie ihn sahen. Er ordnete selbst die Arbeit der folgenden Rächt an, miteiner solchen Gegenwart des Geistes , wie ein alter Kriegsheld, und mit so vielFähigkeit, wieder geschickteste Kricgsbaumeister.

Als er wieder in das Lager zurückkehrte, so mußte er an einem Ort v srbeykommen,den die Feinde kannten, und von dem sie wußten, daß ihr schwehres Geschütz hinreichte.Da sie den Haufen der Officiere und Herren, welche ihn begleiteten, erblickt hatten, solöseten sie ihr Geschütz, und eine Stückkugel stog zween Schuhe hoch über dem Kopfedcö Königes weg. Baßompierrc schrie alsobald : Mein G-Ott, Swe, diese Ku-gel hatte Sie beynahe gerodet. Mlck> nicht, erwiederte der König, sondernden Herrn von Epernvn. Und als er Leute von seinem Gefolg sahe, welch« sichauf die Seite machten, um dem Schuß auszuweichen, so sagte er zu thuen : 2die,ihr fürchtet, dieses ^ rück mögre ivsaebrannr werden? Seher ihr denn nrchtein, daß man vorher wieder laden muß?

Baßompierre fügt hinzu, er habe jederzeit gesehen , daß der König die nämli-che Herzhaftigkeit bey sehr gefährlichen Gelegenheiten zeigte, und er habe niemals ei-nen beherzter« Mann, als ihn, gekannt. Der verswroenk Kömg, sem Ä-ater,sagt er, oer in so großer Hochachtung stunde, w«e jedermann weis, zeigte kei-nen so gesetzten Murh.

Übergab« von Nach der Einnahme von Royan beschloß Ludwig, nach Guienne zu gehen, undSamte-Foi. geraden Wegs nach Gaintc«Foi zu marschiren. Er sandte dem Herzog von ElböufBefehl, sich diesem Platz mit seiner Armee zu nähern, welche aus zwanzig Compag,nien von dem Regiment von Picardie, und fünfzehn von dem Regiment von Piemont,sechs von dem von Chappes, fünf von dem von Villeroi, zehn von dem von Ri-berac, und aus drey neuen Regimentern bestund, die man noch hinzu that.

Der Prinz von Condee machte sich eher, als der König , auf den Weg , mitden Vortruppen von der großen Armer, und unterwegs nahm er Gensac und einig«

auder«