Band 
Zwölfter Theil. Vom Jahre 1610-1630.
Entstehung
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unter der Regierung Ludwigs xm. ' 271

andere kleine Plätze ein. Der König ruckte hernach mit dem Rest feiner Truppen ge«gen Sainte-Foi an. Man wußte schon, daß der Herr von la Force, der in diesemPlatz commandirte, darauf dachte, sich mit dem Hof zu vergleichen: Aber man warüberzeugt, daß die Gegenwart der zur Belagerung zusammen gezogenen königlichenTruppen nicht wenig beytragen würde, ihn zum Entschluße zu bringen und die Be,dingungen des V rgleichs zu erleichtern. Außerdem, so stund es auch nicht allezeit inder Gewalt der Herren, welchem den hugenotischen Städtencommandirten, sie demKönige zu übergeben, ohne die Einwilligung der Besatzung und der Einwohner, überw lche die protestantischen Prediger oft mehr vermogten, als die Gouverneurs undCommandanten selbst. Also erforderte es gewißer maßen der Vortheil des Herrnvon la Force, daß alle Truppen des Königes bey Sainte» Foi seyn sollten , um ihmselbst die Ausführung seines Vorhabens zu erleichtern Der Herr von la Ville-aux. Clercö ; , Staatssecretär, erhielt den Auftrag, mit ihm in Unterhandlung

zu treten, und ihm zweymal hunderttausend Thaler, nebst dem Marschalsstab vonFrankreich anzubieten ; Er schrieb ihm und meldete, daß er wünschte, eineZusammenkunft mir ihm zu haben ; an einem Orte, von welchem er sich ganz sicherwieder wegbegeben könnte, wenn allenfalls der Vergleich nicht zu Stande kommensollte. La Force willigte darein, und bestellte ihn nach la Bouse, welches nur zwo bisdrey Meilen weit von Sainte - Foi liegt. Sie konnten bey dieser ersten Conferenz übernichts einig werden. Der Herr von la Force begehrte einen allgemeinen Vergleich,-indem alle Protestanten cingeschloßen werden sollten. Man gieng von einander, oh,ne etwas auszumachen, und ohne jedoch auch die Unterhandlung abzubrechen; dennman versprach einander von beyden Seiten eine andere Zusammenkunft: Aber derHerr von la Force that die Erklärung, daß er sich nicht mehr von dem Platz, worin»nen er commandirte, entfernen könnte, vornehmlich seit dem der Prinz von Condeeihm hatte anzeigen laßen , daß er gesonnen wäre, ihn ungesäumt zu belagern. Erschlug also dem Herrn von la Ville, auzr - Clercs vor, er sollte, auf sein Wort, indie Stadt Sainte« Foi zu ihm kommen ; und dieser Vorschlag wurde auch angenom«men. Als nun der Staatssecretär in diesem Ort angelanget war, so beredete er end«lich den Herrn ven la Force, daß er einen besondern Vergleich für sich und für dieseStadt schloß , ohne auf irgend einige Art von dem Intereße der protestantischen Kir«chen Erwähnung zu thun ; und dieses zwar um so viel mehr , da sie ihn durch kei-nen Auftrag bevollmächtiget hatten, sich in ihre Sachen zu mengen.

Der Edelmann , der den Boeße Pardaillan ermordet hatte, war damals zuSainte« Foi. Er kam zu dem Herrn von la Ville- aux « Clercs und verlangte elneLossprechung von seinem Verbrechen, welche ihm jedoch abgeschlagen wurde. Manversprach ihm nur blos die Freyheit, sich hinzubegeben, wohin er wollte. DerPrinz Condee wünschte eifrig, daß die Stadt sich noch vor der Ankunft des Königes anihn ergeben mögre: Aber der Herr von la Ville,anx« Clercs, der mißvergnügt bar«über war, daß dieser Priuz ihn beschuldiget hatte, als hielte er es mir dem Herrnvon la Force, wollte ihm dieses Vergnügen nicht gönnen. Er eilte auf das gefchwin«beste nach Momlteu, wo der König war, umjdie Gcnehmhaltung der Bedingungendes Vergleichs von ihm zu erlangen, und er bewog den Herrn von la Force, dieStadt an niemand, als an seine Majestät zu übergeben. Er kam hierauf wiedernach Sainte, Foi zurück, wo erfände, daß die protestantischen Prediger das Volk

zu

1622.

rsSSo nenntte man damals deuHttrn vvnBn'enns. Allem, lle krleone, l. i.