unter der Regierung Ludwigs xm. 277
war den Einwohnern , die alle Protestanten waren, unangenehm. Sie beschloßen,sich ihrer los zu machen, und selbst die Weiser nahmen Theil an diesen boshaften An-schlägen. In einer Nacht wurde die ganze Besatzung umgebracht; ein jeder Bürgerermordete den Soldaten oder Officier, den er bey sich im Quartier hatte ; Eini-ge kamen durch die Hände der Mannspersonen, und andere durch die Hände der Wei-ber um, wann diese verwegener und hitziger waren, als ihre Männer. Damit manaber glauben sollte, daß diese Mordthaten durch feindliche Truppen, die bey der Nachtin Negrepeliße hineingekommen, wären verübet worden, so zündeten die Einwohnerzugleich eine Petarde an, die sie selbst an eines von den Stadtthoren angehängt hat,ten, welches sich den andern Tag frühe zertrümmert befand: Allein es ließ sich nie,wand durch diese List verblenden. Man wußte, daß kein Detaschement, weder vonder Besatzung von Montauban, noch von denen in den andern aufrührischen Städten,nach Negrepeliße marschirt war ; und das Verbrechen haftete allein auf den Einwoh-nern dieser Stadt, welche daßelbe begangen hatten. Sie vermutheten wohl, daß siedeßwegen würden gestraft werden, und als sie erfuhren, daß der König mit seiner Ar-mee gegen sie im Anzug wäre, so begaben sich viele, mit ihren besten Sachen, nachMontauban : Andere blieben, weil sie nicht Zeit hatten, sie fortzubringen; andereendlich, welche in einen verwirrten Sinn und in Raserey gerathen waren, entschloßensich, eine Stadt, die schlecht versehen und schlecht bevestiget war, wider eine königli-che Armee zu vertheidigen, die der König in Person anführte, und der sie keineswegswiderstehen konnten.
Man liefet in den Denkschriften des Herrn von Pontis, daß, nach der Ein-„ nähme von Sainte-Foi, die Armee geraden Wegs auf Saint-Antoniu losgieng,„ bey deßen Belagerung der König in Person zugegen seyn wollte; ... daß hierauf„ der König mit seiner ganzen Armee vor Negrepeliße kam, indem er fast seit einemJahre wünschte, sich im Stande zu befinden, die barbarische und unmenschliche„ Verrätherey zu bestrafen, (wie er auch würklich that,) welche diese Stadt gegen„ vier hundert Mann von dem Regiment von Vaillac ausgeübt hatte, die, den Win-„ ter vorher, zur Besatzung hinein gelegt, und von den Einwohnern alle in einer '„ Nacht waren ermordet worden. So bald dieser Fürst, fügt der Verfaßer dieser Denk-„ schriften hinzu, Nachricht von diesem Vorfall erhielte, so erklärte er öffentlich,
„ daß er sie alle auf gleiche Weise bestrafen, uno niemand, wer er auch seyn mvgte,verschonen wollte. „
Er erzählt hierauf, daß, nachdem alles zu den zween Angriffen in Bereitschaftwar, die Generale den Herrn von Pontis gegen Mittag zu dem Könige schickten, umden letzten Befehl zu vernehmen, den man, seiner Verordnung zufolge, vor demSturm bey ihm Holen mußte ; daß er diesen Fürsten in einer elenden Strohhüttefand, wo man vor Rauch hätte ersticken mögen, und worinnen er gezwungen warsich eingeschloßen zu halten, weil er sich unpäßlich befände; daß er ihm gemeldet, erwäre von den Herren Genecallieutenanten abgeschickt worden, um ihn zu versichern,daß alles , seiner Verordnung zufolge, in gehörigem Stande wäre, und daß sie sei,nen letzten Befehl erwarteten; und daß hierauf der König geantwortet: Dieser Befehlbestehet darinnen, daß man, wie ich schon gesagt, die Stadt an den zwey Endenangreifen soll, und daß ihr alle etwas weißes an euer« Hüte anheften sottet, da-mit ikr, wenn ihr in der Stadt zusammen kommt, einander nicht selbst unwis-send tödet; denn ich befehle euch, keinem Menschen das Leben zu schenken, werl
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siisrazrä, I. Z.
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