Band 
Zwölfter Theil. Vom Jahre 1610-1630.
Entstehung
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278 Geschichte von Frankreich

""T" sie mich zum Zorn gereiht haben und verdienen, daß man so mit ihnen verfahre,1622. wie sie mir anoern verfahren sind.

Le Vaßor hat nicht unterlaßen, diese Erzählung in seine Geschichte mit einzu,rücken, und hat nicht bedacht, daß die Denkschrstkcn, so den Namen des Herrn vonPontis führen, eine Art eines Romans sind, wie der Verfaßcr der l^lemoireg ckro-noiotziyue8 in seiner Vorrede sehr wohl erwiesen hat. Dieses Buch ist gewiß nichtvon dem Herrn von Pontis, sondern von einem andern geschrieben worden, der fürgut befunden hat, sich seines Namens zu bedienen, um eine Reihe von Begebenheitenzu sormiren, die oft nur erdichtet sind. Man findet darinnen beträchtliche Fehlerwider die Wahrheit der Geschichte. Der Verfaßer der Xiemoires cKronc>Iogi<;uLSführet deren verschiedene an, und die oben angezogene Grelle enthält einen von dengröbsten, welchen er nicht angemerkt hat. Man läßet nämlich den Herrn von Pon,tis sagen, daß der König nach Negrepeliße kam, nachdem er in Person die Belage,rung von Saint,Anlomn gesührer hatte; da es doch außer allem Zweifel ist, daß die,ser Fürst erst nach der Eroocrung von Negrepeliße Sainr - Antonin belagerte. Als»kann man den so ausdrücklichen Befehl, den der König dem Herrn von Pontis sollgegeben haben, temcm Menschen oae Leben zu ,a enken, als cme Fabel, oder dochwenigstens als einen Umstand betrachten, der sich auf kein glaubwürdiges Zeugnißgründet.

Le Vaßor sagt, daß der Ort nicht förmlich belagert wurde; weil er schlechtbeseitiget war, und weil außer diesem auch Ludwig «»-n mir Sturm erobern undalle Menschen darinnen wollte niedermachen laßen. Wenn man indessen dem Zeug,«iß derjenigen, welche damals unter dem Gefolg des Königs waren, und unter seinerArmee dienten, Glauben bcymeßen will, so gedachte Ludwlg so wenig daran, dieseStadt mit Sturm zu erobern, daß er seine Quarkiermeister und seine Furier dahinschickte, um allda die Quartiere zu bezeichnen, als wie in einer offenen Stadt, diegar mcht den geringsten Widerstand thun könnte. Ein jeder gevaa-le das Nacbtla-ger zu Ncgrepeiiße zu halten, sagr eer Geschichtschreiber Bernard , und man glaub,te nicht, daß es dabey nur die genngste Schwierigkeit geben könnte. Baßompierresagt gleichermaßen, daß man vest glaubte, diese Stadt wäre unter dem Gehorsam desKöniges; und Puysegür versichert, daß Negrepeliße denQuartiermestleru Sr. Ma-jestät die Quartiere verweigerte, und die Thore nicht öfnen wollte. Bernardfügt hinzu, daß die Furier des Königes deßwegen einen sebr harten Wortwechselmit den Einwohnern hatten, auf welchen die Verweigerung, sie binein zu laßen,folgte- Der König gedachte also, sein Quartier zu Negrepeliße zu nehmen, und erbelagerte diesen Ort nur erst nachdem sich die Einwohner geweigert hatten, ihm dieThore zu öfnen. Er kam also nicht dahin mir einem schon vorher gefaßten Anschlag,diese Sradt mit Sturm zu erobern, un^ alle Menschen darinnen niedermachenzu laßen-

Es ist indeßen doch auch schwehr zu glauben, daß er die von ihnen verübteErmordung der Besatzung, ungestraft laßen wollte. Aber es ist höchst wahr,fcheinlich, daß, wenn die Einwohner ihn in ihrer Stadt aufgenommen härten, dieso wohlverdiente Strafe mit mehrerer Überlegung und Mäßigung würbe vollzogenworden seyn.

Der König befahl dem Herrn von Baßompierre, den Ort zu bekennen. Ob,gleich dieser Fürst damals mit einem starken Schnuppen behaftet war, der ihn wederbey Tag, noch bey der Nacht ruhen ließ, so hatte doch Herouard, sein erster Leibarzt,

Mühe,