Vorrede.
Meynung, uns aus keiner andern Ursache zugestanden wird,als die uns geborgte Hütte des irrdischen LeibeS unserer Ge-bährerin dereinst wieder einzuliefern, und wenn dieser Au-genblick nicht wäre, keine Wunder der Vorsehung an unswahrgenommen würden: so will ich von gedachtem Zeitpuncteanfangen, und folgendes wenige gedenken.
Der;; Oktober des 168o.ten Jahres war der Tag, anwelchem unser Künstler, nach der Vorsehung des Höchsten,durch seine Geburt die Zahl unserer Weltbürger vermehrensollte. Acken, an der Elbe, ist feine Vaterstadt, wo er ebenvas Licht der Welt erblickte, als dessen Eltern, welche sonstaus dem Voigtlande gebürtig, und nach Zerbst zu reifen imBegriffe stunden, diesen Orth erreichten. Sein Vater warNicolaus Koch» ein Mann, der wegen feiner Wissenschaften,in unterschiedenen Münzen Deutschlandes nützliche Dienstegeleistet, und der, weil er eben deswegen nach Zerbst beruf-fen worden, mit seiner Ehefrauen, Annen Katharinen, einergebohrnen Luckowin diese Reise angetretten hatte.ObbeyderStunde seiner Geburth so günstige Gestirne den Himmelbeleuchtet, und durch deren Einfluß ihm die Liebe zu seinerKunst, nebst der Geschicklichkett, solche zu treiben, gefchen-ket worden, ist mir unbekannt; so viel ist gewiß, daß dem-selben von dem guten Geber aller Dinge so gleich ein Triebhierzu eingepflanzet worden. Die ersten Jahre feines Lebensbrachte er in Zerbst zu, wo an ihm, als einem Kinde, so oft-malige Kennzeichen der göttlichen Vorsehung bemercket wur-den , als sich augenscheinliche Gefahren hervor gethan. Erhatte noch nicht die Zeit zurück geleget, welche der Kindheitzugeeignet wird, da fein Vater bey der Berlinischen MünzeDienste angenommen, und um deswillen seinen Wohnplatz da-selbst erwählen muste. Seine Eltern brachten ihn mit da-hin, und Berlin, die Säugamme der Künstler, und die Er-nährerin der Wissenschaften, ließ selbigen in ihrem Schoosseaufwachsen. Kaum fand sich die Kraft zu denken bey ihm
ein.