Band 
Siebendes Jahr 1743.
Entstehung
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*6 _ Ssmlung Merkwürdiger ^eckaillen. _

nem Freyer ver Crone und der Königin an. Ausgleiche Art wurde wie-derum von dem Herzog von Dork, dem Herzog Johann Friedrich vonHanover, dem Prinzen von Oranien, und dem jungen Chur Prinzen vonBayern , geredet. Ob schon gar glaublich, daß viele dieser hohen Perso-nen für sich selbst wenige »rrencion darauf gehabt. Es erforderte es aberdas inrerells der Polnischen klagnaren, haß viele Candidaten vorhandenwaren- sie brachten solche selbst aufdie Bahn: und sahen nothwendig gern,wenn emem oder dem andern der Lust zum Ernst ankam.

So gros nun das Gewicht mochte gewesen seyn, welches eine recom-menäscion , wie sie Namen haben wolte,oder ein Hof von allen in kuropn.hatte geben mögen, so war doch die Person der verwittibten Königin nichtweniger conllckernbls.Diese, als eine Schwester des regierenden Kaisersll_.eopolck, hatte sich, so wol bey vielen benachbarten Höfen, als den Polenselbst, in ungemeinen Credit gesehet: und giengen unstrittig anfänglich diemeisten vors dahin, wie man ihr, als einer kaum ein und zwanzig jähri-gen Prinzessin, zu gleich einen andern Gemahl verschaffen möchte: wodurchman auch der Sorgen wegen der Wittumögelder überhoben wäre. Ihr ei-niger Wunsch gieng hiebey aufden Herzog von Lothringen: als welcher be-reits vor der ersten Vermählung sich bey ihr in grose Hochachtung gest«tzet, und daher, wofern er in der vorigen Wahl rentieret hätte, schon zuihrem unfehlbaren Gemahl äclkiniret war. Er hatte zwar selbst verschiedene lami-Srcs, unter andern den Grafen Albrecht Carl von Caprara, in Polen gesendet: dasvorncmste aber that dieverwittibte Kaiserin, alsFr. Mutter der Königin selbst: welchealle ersinnliche Mühe anspannet«, nebst vielen Polen die sämtlichen Lilthauer auf ihreSeite brachte, und, feine Partey ;u siärcken , so gar ihren Schmuck versetzet hatte.Vieletzöfe waren ihm gieichfa ls gewogen,und insonderheit Brandenburg nicht mehr con-trairc, sondern vielmehr für ihm: jedoch hatte er die mächtige Französische und Sodics-kische Partey wieder sich, und zwar mit groser Heftigkeit: so daß sie ihm tausendHindernis«: in Weeg zu streuen wüste. Insonderheit glückete ihr der Streich, daßsie die Zeitung ausbrachte, als ob sich der Herzog mit der alten verwittibten Kaiserinselbst vermahlet hätte, oder vermahlen würde. Diese vsrocloxc Nechriclit wurdedurch Briefe, so von Rom kamen, ausgestreuet: und obschon die Königin selbst ihrnicht den geringsten Glauben beymas, sondern vielmehr eifrigst wiedersprach; so haltesie doch bey nicht wenigen zimmlichen Eindruck, und wände viele Gemüther von ihmab. Gleichwol blieben noch die Litthauer, und andere, beständig : welches der Köm-gin,und dem Herzog selbst, so gute, und fast gewisse, Hofnung machte, daß er sich,theilsseine Partey zu stärken, theils, wenn die Wahl erfolget, so gleich bey Handen zu seyn,derreits an den Gränzen einfand. . ...

Nunmehr ist noch übrig was die Polen unter sich selbst für Gedanken gehabt, wiesich einePartey für denFeldherrnhervor gethan,hieraufdieWahl,und so den dieKrvnung,wiewol fast zwey Jahre erst hernach, welches der auf unserer Krönungs Münze angezeig-te Tag bemerket, erfolget. Weil nun solches alles unmöglich hie mehr Platz sindetsowird es hoffentlich dem geneigten Leser nicht entgegen seyn, die völlige Ausführung,in«ben dem ll vlo, bey nächster Gelegenheit zu erwarten. , ^ -

-wtvres: vkcl. haubtsachlich bey der s2. Woche des vorhergehenden Jahres.