rK Gamlung Merkwürdiger ^leüaMen^
bedecket, neben dem Taufstein in der Stephanskirche niedergesetzet, vie-le Lichter umher angezündet, und von einigen Priestern wechfelsweisPsalmen dabey gelesen: biß der 7. vec. des schon gedachten Sterbjahres149;. erschien , an welchem sie mit besonders prächtigen Ceremonien indie Erzherzogliche Gruft gebracht worden. Lulhinirmus hat zwar dasfolgende Jahr 1494. alle Umstände übergeben, daß solches ein bloserDruckfehler seye. Man überzog die ganze Kirche schwarz, errichteteauch, von dem Altar an, durch den Chor, und so fort die Mitte der völ-ligen Kirche, zu beeden Seiten neue, ebenfals schwarz bcdekte, Stühle.An den Wänden, und in der Kirche überhaubts, brauten r8r- Wachs-kerzen, rings herum in der Capelle aber stunden p r. Ordensleute so gebohr-ne von Adel waren, jeder mit einer grasen brennenden Wachskerze:und in der Dritte befand sich der Sarg, um welchen allein wiede-rum 464. Wachskerzen leuchteten : so daß es fast scheinet, man habemit dieser lezten, und der nächst vorhergehenden Zahl, auf die Tage undWochen im Jahr gezielet- Die Brucke war mit schwarzen Tuch bede-cket, woran sich rings herum die Wappen aller und jeder Erblande befan-tzenDie darauferhaben stehende Baar bekleidete ein weiser Damast, überwelchen ein breites güldenes Creuz gieng. Hierauf war eine andere Er-hebung einer Ele hoch, so einen schwarz sammetcn Polster, mit gleichmä-sigem güldenem Creuz, trug: worauf die Kaiserliche Crone, Scepter,Schwerd, und Reichsapfel, nebst dem Orden des güldenen Vlieses, la-gen- zur Rechten des Sarges aber stund der Kaiserliche Ehrenhold (nachdamaliger Art zu reden) Romreich, in seinem Ceremonien Kleid, mit ei-nem vergüteten Stab, worauf der Reichsadler, inder Hand.
Der Römische König kl-xilniiisnus erhub sich zu Pferd, nebst denFürsten und Gestanden, nach der Kirche, in derjenigen Ordnung welcheauch bey der Opferung erzählet wird, da ich sie denn ebenfals gleich an-bringen will, und nahm, mit selbigen, die gedachten neuen Stühle zu bee-Len Seiten ein. Nach ihrer Ankunft hielt der Erzbifchoff von SalzburgLas erste Amt, so denn der Stadt Anwalt, oder ki-aeii^enr des Ratheszu Wien, die Lobrede, und hierauf der Bischoff zu Vesprin das Amtvon unserer lieben Frauen. So denn gieng man zu der Opferung, undzwar in folgender Ordnung :
r. A KksximiliLnus. nebst denen Fürsten und Abgestanden:r. der König (wie er sich noch viele Jahre aus der bekanten Ursache nen-nete) oder neue Kaiser, ivr-ximilignus, 2. der Päbstliche blunrius, undFranzösiche Gestände, z. der Ungarische und Böhmische , und der Chur- MainzifcheGestände,4. derChurCölmfche undderChurTrierische Gestän-de, 5. Herzog Albrecht zu Sachsen, statt des Churfürsten, feines Vet-