Band 
Siebendes Jahr 1743.
Entstehung
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.4. 174 ?. iv.wscke.

rete die Gemahlin des sterbenden Prinzen, und brach mit der Frage her-aus, warum man dieses nicht öffentlich predigen lies: der Herzog aberantwortete: Man soll es nur den Sterbenden sagen, und nicht denGesunden. Die Haubturfache feiner unbeweglichen Härtigkeit, wiesich die Evangelischen l'KeolgZi exprimiren, war daß er sich von einigender wiedrigen Partey all zu sehr einnehmen lies: welche ihm beständig inden Ohren lagen, und , aus seine ernstliche conlUeuirung darüber, ihreSeele zum Pfand setzelen, daß die Lehre der Römischen Kirche wahrhaf-tig , die Gegenmeinungen aber Kähereyen wären: worunter vornemlich,nebst den Bischöffen von Meisen, Merseburg und Naumburg, der AbtkLulu; von Zelle, der bekante Qocklseug, und Hieronymus Emser,ge-zählet werden. Dieser muffe auch auf seinen Befehl der vertrau burlie-ri eine Teutsche Übersetzung des Neuen Testamentes entgegen setzen,wel-che der Herzog selbst einer Vorrede würdigte, und sich mit diesem Unter-nehmen eben nicht als einen gehorsamen Sohn der Römischen Kirche er-wies: wiewol Lmterus keine groseEhre damit einlegete: denn, zudemdaß er nur die Lateinische vulgärem zum Grund hatte; so folgere er, so weitals er kam, hurkero, ausgenommen wo es nicht in seinenKram langete,unverändert nach.

Durch dergleichen Personen Eingebungen und Anreizungen wurdeder Herzog Qeorgius heftig , gegen bmkerum selbst, und diejenigen so sichseine Lehre gefallen liesen, erbittert, undgiengen die Verfolgungen bereitsin den Jahren ' 524.' und r sif. gewaltig in Schwang. Es fehlere zwarnicht an Verträgen zwischen ihm und denen Churfürsten von Sachsen,besonders und 1536. so wol wegen anderer Irrungen, als auchder Religion, worin lUpulirer worden, daß denen Landsassen und Unter-thanen, aus Ursache derselben, keine Befchwehrnis oder Drangsal zuge-füget werden solle; es mangelte aber an nichts mehr als an der Vollstre-ckung: und wurden vornemlich rxzz. alle diejenigen, welche keine!a, oder, nach jetziger Art zu reden, Beichtzetkel, daß sie nemlich um La-stern gebeichtet, und unter einer Gestalt communiciret hätten, auswei-sen kunten, zu Leipzig fortgejaget, welches bey 70. Bürger betraf. Hie-raus erwuchs eine -Kair-s wodurch der Herzog Qeorgius mehr über I.u-rkerum erbittert ward als jemal: denn die gedachten Leipziger hatten bll-rkerum conluliret wie sie sich zu verhalten : der sie denn in einer Schrift,wenn sie in ihrem Gewissen überzeuget wären, zur Sündhaftigkeit, auchwo es nöthig den Tod zu leiden, ermähnet, und dabey freylich von demHerzog mit ungemein scharfen exprellionen geredet. Solches zog diesersehr hoch an, erklären die Schrift für aufrührisch, und begehrte bey dem

K; Chur-