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Einleitung in das Studium der Physik und Elemente der Mechanik / von B. Studer
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speculativen Studien, mit Mathematik und Philosophie, festhält. Selbst Theologen und Juristen und ihre Priifungs-bchördeu werden dann vielleicht zu der alten Ueberzeugung,dass das Studium der Physik kein unwichtiges Elementhöherer Bildung sei, zurückkehren. Als Mittelglied zwischenden littcrar-historischen Arbeiten der Gymnasien und denphilosophischen Cursen der Hochschulen soll der Physikunter-richt an beide sich anschliessen und nicht als ein dem clas-sischen Alterthum unbekanntes, erst in neuerer Zeit, zumNutzen industrieller Zwecke erobertes Gebiet erscheinen.Indem er den Schüler acregen soll, über die Gegensätze vonSpeculation und Empirie, Natur und Geist, Stoff und Form,über die Vorstellungen von Zeit, Raum, Causalität, Substanzund Aehnliches naehzudenken, darf er nicht selbst diesenUntersuchungen möglichst aus dem Wege gehn, oder garvor einem näheren Eingehn auf dieselben, als einem gefähr-lichen Abwege warnen. Wer wollte es verbürgen, ob nichtmanche Verirrung der Wissenschaft in unserer Zeit wärevermieden worden, wenn man auf der Schule schon sichüber die Grundlagen und die Grenzen unserer Erkenntnisseine feste Ansicht erworben hätte.

Während meines vieljährigen Unterrichts an den hiesigenhöheren Lehranstalten, habe ich eine in dem angedeuteteuSinn behandelte Einleitung in das Studium der Naturlehre,die den Schülern zum Privatstudium und Nachholen empfohlenwerden könnte, oft vermisst. Die ausgezeichneten Werkeverwandten Inhalts von W h e w e 11 *) und H e r s c h e 1 2 ) sindnicht für Anfänger geschrieben; sie setzen Kenntnisse undein gereiftes Urtheil voraus, die späteren Jahren angehören,und ihr Studium verlangt weit mehr Zeit, als der Physiklehrerin Anspruch nehmen darf, wenn er den Vorwurf vermeidenwill, über Nebendingen die Hauptaufgabe zu vernachlässigenund seine Schüler eher zur Speculation oder Büchergelehr-