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Einleitung in das Studium der Physik und Elemente der Mechanik / von B. Studer
Entstehung
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VI

vorgeschrittenen Theil als Hilfswissenschaft der Industrieerscheint. Die Mechanik kann aber, auch nach elemen-tarer Behandlung, der Berufung auf die Maschinen ganzentbehren; sie lässt sich unabhängig von der Lehre derSchwere darstellen und erscheint nur in dieser reiuen, von jedertechnischen Anwendung und aller Empirie abstrahirendenGestaltung in ihrer wahren Stellung, als speculative Grund-lage der mechanischen Physik. Auf solcher Grundlage kanndann die Lehre der Schwere in grösster Allgemeinheit ent-wickelt werden und findet ihre nächste und erhabenste An-wendung in der Erklärung der Gestalt und Bewegung derHimmelskörper. Es ist nicht einzusehn, wesshalb man demangehenden Physikschüler gerade denjenigen Theil der Wis-senschaft, der als Vorbild aller anderen anerkannt ist, vor-enthalten, oder nur verkümmert und entstellt mittheilen sollte.Die Einschaltung eines selbständigen Curses über elemen-tare reine Mechanik dürfte an einigen Anstalten auf Schwierig-keiten stossen. Soll der Unterricht über Naturlehre, dieVorbereitung dazu inbegriffen, wie auf mehreren Gymnasien,auf ein Jahr beschränkt bleiben, so ist kein Ausweg möglich,als dass ein beträchtlicher Theil der Physik der HochschuleVorbehalten wird, was, genau betrachtet, nicht als ein Nach-theil erscheinen kann. Hat man jedoch über zwei Jahre zuverfügen, so lässt sich im ersten Semester die Einleitung undreine Mechanik und wohl auch noch ein Theil der Physik,wie etwa die Cohäsionslehre, leicht abschlicssen, und manwird mit den gut vorbereiteten Schülern nachher um soschneller vorwärts gehn und in den folgenden drei Semesternin wöchentlich vier Stunden die Physik vollständig beendigenkönnen. Auch bei dieser Ausdehnung wird man indess gutthun, sich vor Abschweifungen in fremdes Gebiet, in Chemie,Physiologie, physikalische Geographie, industrielle Mechanik,zu hüten; so wie es anch nicht zu billigen ist, wenn Lehr-