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Einleitung in das Studium der Physik und Elemente der Mechanik / von B. Studer
Entstehung
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1. NATURWISSENSCHAFT.

Unterscheidung der Dinge und ihrer Anordnung oder Classifi-cation, in der Trennung des Ungleichartigen und Zusammen-stellung des Gleichartigen , da eine systematisch geordnete Er-kennlniss die systematische Ordnung der zu kennenden Dingevoraussetzt.

Die andere Richtung forscht nach den Gründen der Dingeund Erscheinungen und sucht Principien, oder oberste, letzteGründe aufzustellen, aus welchen sich ihr Dasein und ihre Eigen-schaften begreifen und erklären lassen. Die Lösung dieserAufgabe erstrebt die Naturlehre, früher, im Gegensatz derMetaphysica, auch Physica, oder, als ein Theil der Philo-sophie, des Wissens von den letzten Gründen, Naturphilo-sophie (Natural Philosophy) genannt.

Beide Richtungen greifen häufig in einander und eine scharfeTrennung ist nicht durchzuführen. Die Erklärung der Natur istdas letzte Ziel, nicht nur der Naturlehre, sondern der Natur-wissenschaft überhaupt. Die Naturgeschichte, nicht weniger alsdie Naturlehre, soll, in allen ihren Arbeiten, dieses Ziel imAuge behalten; sie hat zudem, in der Beschreibung der Dingeund Erscheinungen, und noch mehr in der Classification der-selben, das Zufällige von dem Wesentlichen zu unterscheiden,und das Eingehn auf das Wesen d. h den inneren Grund derDinge, ist bereits Naturlehre. Diese ihrerseits bedarf, zur Be-gründung ihrer Lehren, einer genauen Kenntniss der Thatsachen,und mehrere dieser Lehren haben sich kaum noch über dieseunterste Stufe zu erheben vermocht und gehören , strenge ge-nommen, grösseren Theils der Naturgeschichte an. Auch diefortschreitende Ausbildung der Wissenschaft hat zum Verwischender früher gezogenen Grenzen beigetragen. Die einzelnen Zweigeder Naturwissenschaft haben sich suecessiv und ohne Rücksichtauf jene systematische Trennung entwickelt; Thatsachen, dieetwas Gemeinsames zu haben schienen , durch dasselbe Sinnes-organ wahrgenominen werden , oder an einem besonderen Stoff