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Einleitung in das Studium der Physik und Elemente der Mechanik / von B. Studer
Entstehung
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5, MECHANIK*

auch in der Mechanik anhaltend wirkender Kräfte vorzüglich ihreAnwendung; im Dienste der Mechanik ist dieselbe grossentheilsausgebildet worden.

Wie die Mathematik strebt die Mechanik sich zu einer Vor-rathskammer von Auflösungen aller Probleme zu gestalten, diemöglicherweise über die Wirkung bewegender Kräfte Vorkommenkönnen. Ihre Resultate haben für unseren Verstand mathematischeGewissheit. Ob aber diese Gewissheit auch den concreten Fällenzukomme, auf welche ihre abstracten Sätze angewendet werden,hängt ab von dem Grade der Uebereinstimmung des gegebenenFalls mit den von der Mechanik gestellten Voraussetzungen. DieSchlussform ist daher stets eine hypothetische. Die Mechanikstellt den Obersatz: wenn a so ist b ; und nur in so fern derin der Anwendung behauptete Untersatz: c ist a richtig ist,folgt c gleich b. Einige Beispiele mögen diess Verhältnisserläutern.

Die Wirkung bewegender Kräfte kann nicht gedacht werden,ohne etwas Körperliches, das bewegt wird und der Kraft Wider-stand entgegensetzt. Die Mechanik nimmt an, die Körper be-stehn aus gleichartigen materiellen Punkten , deren Beschaffenheitsie nicht näher bestimmt, und lässt die Kräfte an diesen Punktenangreifen. Die Summe der in einem Körper befindlichen Punkteheisst die Masse des Körpers; die in der Raumeinheit befind-liche Masse die Dichtigkeit oder Dichte desselben; ein Körperheisst homogen, wenn er in allen Theilen gleiche D'chte hat,dessen Masse m also gleich ist dem Product seiner Dichte d insein Volumen v, oder wenn m = vd. Starre Körper sind solche,deren Punkte auf unveränderliche Weise verbunden sind, so dasskein Punkt vereinzelt, sondern nur die gesammte Masse bewegtwerden kann; flüssige Körper solche, deren Punkte voll-kommen, ohne Widerstand zu leisten, verschiebbar sind. Aufdiese Definitionen stützt die Mechanik ihre Folgerungen und aufconcrete Fälle finden dieselben nur in so weit Anwendung, als