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Einleitung in das Studium der Physik und Elemente der Mechanik / von B. Studer
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10 , DIE HAASSEINHEITEN.

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Fixpunkte fort. Celsius (1701-1744) setzt 0° bei dem Ge-frierpunkte, 100° bei dem Siedpunkte. Es sind also4° R. = 5" C. = 9° F.

Bei der Verwandlung aus Fahrenheitgraden müssen 32° sub-trahirt, bei derjenigen in Fahrenheitgrade addirt werden.

Die Eintheilung nach Reaumur ist vorzüglich üblich in Deutsch-land und der Schweiz, diejenige nach Fahrenheit in Englandund in den Vereinigten Staaten, diejenige nach Celsius, oderdas Centesimal-Thermometer, in Frankreich und, für wissen-schaftliche Arbeileu, auch in Deutschland.

Die Thermometergrade sind nicht Wärmeeinheiten; es istnicht gemeint, dass, wenn ein Thermometer auf 10° steht, seinQuecksilber 10 mal so viel Wärme enthalte, als wenn es auf0° steht, oder dass es bei 0° gar keine Wärme enthalte. " DieBestimmung des Thermometers ist nicht Messung, sondern An-gabe der Temperaturen, und es gewährt den Vortheil, dassnach seinen Angaben jede Temperatur wieder hergestellt werdenkann, und verschiedene Beobachter sich über Wärineverhällnisseverständigen können. Selbst relative Wärmequantitäten wer-den durch das Thermometer nicht gemessen; denn offenbar wirdein grosses Thermometer, damit seine Quecksilbermasse sich umeine bestimmte Grösse ausdehnc, mehr Wärme aufnehmen, alsein kleines. Die Wärmemengen, wenn sie vergleichbar seinsollen, müssen daher auf ein gleiches Gewicht, oder gleichesVolumen der sie aufnehmenden Masse reducirt werden.

Die angenommene Wärmeeinheit ist die Wärmemenge,welche die Gewichtseinheit Wasser aufnimmt, um ihre Tempe-ratur um 1° zu erheben. In dieser Einheit werden u. a. dieWärmecapacitäten oder Specifischen Wärmen derStoffe ausgedrückt. Wenn es z. B. heisst, die specifischeWärme des Eisens sei 0,1138, so hat es den Sinn, 0,1138der Wärme, welche erforderlich ist, um ein Gewicht Wasser