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11. DIE INDDCT1VE NATURWISSENSCHAFT.
um 1° zu erwärmen, seien hinreichend, um ein gleiches GewichtEisen um 1° zu erwärmen.
So wie die Mechanik und die Wärmelehre haben auch andereTheile der Physik ihre besonderen Einheiten eingeführt.
11. Die indactive Naturwissenschaft.
Die Schlussform von einzelnen Fällen oder Beweisgründen,Instanlice nennt sie Baco 3 ), auf alle Fälle heisst Induction undist in allen empirischen Wissenschaften, welche sich zu allge-meinen Urtheilen erheben wollen, die allein anwendbare. DerVerstand ist derselben besonders zugeneigt, weil seine Aussprüche,durch ihre allgemeine Ausdehnung, den Charakter nothwendigerWahrheiten gewinnen, und macht daher öfters unbefugten Ge-brauch von ihr. Der zu rasche Uebergang zu allgemeinen Prin-cipien auf dem Wege der Induction hat während Jahrtausendenvorzugsweise die Fortschritte der Naturwissenschaft gehemmt,während in neueren Zeiten der Aufschwung, den sie genommenhat, und die Sicherheit ihres Wissens grossentheils der behut-samen Ueberwachung beizumessen sind, die, von der grossenMehrzahl stimmberechtigter Naturforscher ausgehend, jede An-niaassnng Einzelner, sich zu Gesetzgebern in der Wissenschaftaufzuwerfen, schnell zurückdrängt oder durch Nichtbeachtungstraft. Es macht sich dieser Einfluss selbst in der sehr ungleichenStufe der Ausbildung einzelner Wissenschaften geltend. In derAstronomie, die allen anderen als Vorbild dient, wird das Richter-amt über die Zulässigkeit der Instanzen und der auf sie gestütztenInduction am strengsten ausgeübt, während die Geologie ihreverspätete Anerkennung und immer noch schwankende Haltungbesonders der schwer zu überwindenden Schwierigkeit beizumessenhat, ihre unendlich mannigfaltigeren, aber selten durch Messungscharf bestimmbaren Instanzen gehörig zu controlliren und einemgeregelten Inductionsverfahren zu unterwerfen.