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12. OIE DEDUCTIVE NATURWISSENSCHAFT.
gerufen worden, und die Mecanique cileste von Laplace,welche sie zusammengefasst und in reichem Maasse vermehrthat, ist das schönste Vorbild einer dcductiven physikalischenTheorie geworden, so wie die Principia phil. nat. von New-ton, durch feste Begründung des Princips, als noch nicht er-reichtes Vorbild inductiver Wissenschaft bewundert werden. —Derselbe Gang wiederholt sich in unserer Zeit bei der Fest-stellung und Analyse des Undulationsprincips. Auch in diesemFall hat die Schwierigkeit der sich darbietenden Probleme einebedeutende Erweiterung der Mathematik und Mechanik, besondersdurch Cauchy 1 ), zur Folge gehabt, und von der fortschreiten-den Ausbildung dieser zwei Grundlagen ist zum Theil die weitereEntwicklung der Optik und aller von demselben Priucip aus-gehenden Wissenschaften abhängig.
1) Cauchy, Augustin Louis (1780-1857). Bekannt alsausgezeichneter Mathematiker durch sein Mem. swr la theoriedes ondes, 1815. Professor an der Ecole Polylechnique. Nachder Julirevolution in Prag, als Lehrer des Duc de Bordeaux.Später nach Frankreich zurück. Zu seinen wichtigeren Arbeitengehören Leqons swr les applications du calcul infinitesimal &la geometrie, 1826-28; Mim. nur la dispersion de ln lumiere,1836 ; Exercices d'analyse et, de physique malhematique , 1839.
13. Gegehichte der Indnetlven Naturwissenschaft.
Die Strasse, die allein in der Naturforschung zum Zieleführen kann, ist auch im Alterthum nie ganz verlassen gewesen,obgleich die Meisten, die jenem Ziele nachstrebten, es vor-zogen, andere Wege zu versuchen, die sich in unfruchtbaren,endlosen Wüsten verloren. — Die Jonische Schule, dievorzugsweise eine Erklärung der Natur suchte, bemühte sich,wenigstens in der Astronomie, eine feste Grundlage, durchBeobachtung und Messung mittelst des Gnomon’s , zu gewinnen.Wahrscheinlich folgte sie hierin nur dem Vorgänge älterer