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Einleitung in das Studium der Physik und Elemente der Mechanik / von B. Studer
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14. UEBEBSICHT DEB PHYSIK.

englischen. Sucht die Newtonsche Optik gegen die neuereUndulalionstheorie, die von Arago vertheidigt wird, zu halten.Noch in hohem Alter wissenschaftlich thätig. Seine wichtigstenWerke, nächst der grösseren Physik, der Auszug aus der-selben, Precis de pkysique experim. 2V. 1817, und sein TraitSilementaire d'Astronomie physiqve, 3 e ed. 5V.

14. Uefoersicht der Physik.

Es liegt im Wesen der inductiven Methode, dass die durchsie entstehenden Wissenschaften sich nicht in der streng syste-matischen, logisch gegliederten Form darstellen, wie speculative,die, wie die Mathematik, nur die Entwicklung oberster Prin-cipien enthalten. Die Thatsachen, von welchen die Inductionausgeht, werden durch Classification in verschiedene Gruppenvertheilt; für die einen gelingt es, allgemeinere, allen gemein-schaftliche Gesetze aufzufinden, für andere nicht; bei den einenkann man von den Gesetzen zu Ursachen aufsteigen und vondiesen aus deductiv auf neue Thatsachen schliessen, bei anderensteht man noch auf der Stufe der Erkenntniss bestimmter Gesetze.Die Wissenschaft, welche diese Bestrebungen, die erkannten Gesetzeund Principien zusammenfasst, erscheint daher als ein Aggregateinzelner, auf sehr verschiedener Stufe der Ausbildung stehenderLehren, von denen nur wenige sich zum Rang einer Theorie,d. h. einer systematisch von einer erklärenden Ursache aus-gehenden Wissenschaft erhoben haben.

Bei dem Mangel eines entscheidenden Princips sind auch dieAnsichten, über den Inhalt der Physik, über die Beantwortungder Frage, welche Naturwissenschaften ihr unterzuordnen seien,sehr abweichend, und oft nur nach Willkür und Couvenienz,oder nach einem unklaren Gefühl bestimmt worden. R oha ultnahm in seine Physik auch die physische Astronomie, Physika-lische Geographie und Physiologie auf, die sich jetzt, als selb-ständige Wissenschaften, davon abgelöst haben, dagegen war