oder Ueberfluß verjpitrh j j 9
delsstädte, die nur ein kleines Territorium haben, mit Lebensrnitteln zu ver-sehen. Diesemnach muss das Quotum, dass jedes dieser Länder liefert, ge-gen die refpective Quantität Lebensrnittel, die daselbst wachsen, in sehr gerin-gem Verhältnis stehen. Doch dies sind generelle Schlüsse, die sich auf un-gewiße Voraussetzungen gründen, mithin die Sache nicht völlig ins Licht se-tzen können. Ich will mich also bemühen, mein Raisonnement auf Facta zuappliciren, und sodann die Folgen untersuchen.
Es giebt, meines Wissens, wenige Länder in Europa, wo mehr Kornwächst, als in England; daher will ich, so lang ich bey dieser Materie bleibe,immer dieses Königreich zum Augenmerk haben. Wie oft hört man nichtdaselbst lagen, eine reichliche Erndte liefere mehr, als man in drey Jahrennöthig habe! Ein angesehener Schriftsteller *hat sogar behauptet, ein geseg-netes Jahr bringe, auf fünf Jahre lang, Korn genug für die Einwohner. Wo-fern dies ein Irrtum ist, so kann er, in mancherley Rücksicht, sehr schädlichseyn. Ich meines Orts bin vielmehr geneigt, zu glauben, daß England, nochin keinem Jahre einen so grossenKornvorrath hervorgebracht habe, daß seineEinwohner fünfzehn Monate davon leben können, ich meyne mit der Fülle,worin sie in den fahren des Ueberfiujses zu leben gewohnt find. Wenn sichs nunwirklich so verhält, wie hoch werden wir wol das Surplus in ordinairen gutenJahren rechnen dürfen? Mich dünkt, das sey für ein sehr gutes Jahr zuhalten,das den Einwohnern, fünfzehn Monate hindurch, einen vollen Lebensunter-halt gewähret; Erndten, die noch viel reichlicher ausfielen, halte ich für wassehr Seltenes. Hier folgen meine Gründe, warum ich von der Meynung desoben erwähnten Schriftstellers so weit abgehe. Irre ich, so wird michs unge-mein vergnügen, wenn man mich zu rechte weiset; dies muß ja keinem schwerfallen, der von den hiezu gehörigen Factis besser belehret ist, als ich michsrühmen kann.
Ich nehme für ausgemacht an,daß die ganze jährlicheKornerndteEnglands,die Ausfuhr des Korns ausgenommen, im Lande verzehrt wird; denn ichkannnicht annehmen, daß eine beträchtliche Quantität davon verloren gehe; daßsie vielleicht misbraucht, zum unrechten Endzweck angewandt, vertrunken,statt gegessen werde, leugne ich nicht: aber dies sind Fragen, die michitzt
nichts
* Siehe Advantages and Difadvantages of France and Great-Britain, unter dem Ti-tel : Grain.