XX. Capitel . Vermischte Anmerkungen über den £fc. Iz
stellt, um selbige dem Hauptgegenstand meiner Untersuchung desto bester an-zupassen, und meine Aufmerksamkeit nicht in einerley Zeit durch zweyerleyIdeen zu zerstreuen. Nunmehr aber gehe ich auf einige Artikel meines Su-jets , die ich bisher zu seicht abgehandelt zu haben glaube, wieder zurück,und will verschiedne vermischte Fragen, wozu unsre bisherige Sätze natürli-cherweise Anlaß geben können, nach der Reihe durchgehen.
Fast alle Schriftsteller, die von der Bevölkerung, und vorn Ackerbau, Erste Frä-ste dem unentbehrlichen Gefehrten derselben, geschrieben haben, empfehlen 8 e 'die gleiche Vertheilung der Ländereyen als eine Sache, die fowol die Bevöl-kerung als den Ackerbau befördern müsse. Es wird nicht undienlich seyn, dieserFrage, nach Anleitung dessen, was wir in den vorhergehenden Capiteln aus-gemacht haben, ein wenig nachzudenken, nicht sowol in der Absicht, dieMeinung andrer zu bestreiten, als vielmehr unsre angenommenen Sätze zuuntersuchen und anzuwenden.
Ich habe schon bey verschiednen Gelegenheiten von dem großen Unter-schied zwischen der Staats-Wirthschaft der alten und der neuern Zeiten, Er-wähnung gethan, und zwar unter andern deswegen, weil ich gefunden, daßeinige neuere Schriftsteller, die aber vielleicht unsce veränderten Gebräuche,und die Wirkung, welche daher in unserm ganzen Wirthschaftswescn haterfolgen müssen, nicht genug erwogen haben, in diesem Stücke der an sichganz vernünftigen Meinung der Alten beipflichten. Diese priesen sehr starkeine gleiche Vertheilung der Ländereyen an, und hielten sie für die sichersteSchutzwehr der Freiheit, und für das beste Mittel, nicht nur eine Gleichheitunter den Bürgern zu erhalten, sondern auch ihre Anzahl zu vermehren.
Zu selbiger Zeit machten die Bürger , in Betracht ihrer Anzahl, nochnicht die eine Hälfte des Staats aus; und die Vortheile des Geldumsatzeswaren fast ganz unbekannt, denn diese äussern sich erst durch die Hand-lung und eine ausgebreitete Industrie. Damals konnte man , ausser dem >
Ertrag der Ländereyen, auf keine soliden Einkünfte rechnen; und daß dieseLändereyen auf gleiche Art unter die Bürger vertheilt w urden, war ihrer Ver-mehrung zuträglich, und brachte unter ihnen selbst eine Gleichheit zuwege.
Hingegen in unsern Zeiten besteht der Reichthum nicht blos in liegendenGründen; ja, wir finden zuweilen Besitzer der ansehnlichsten Ländereyen nichteben in den besten Umständen; sie stecken in Schulden, und müssen Leute,
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