über den Ackerbau und die Bevölkerung . 14.3
nicht mehr Statt finden, sobald der Zweck erreicht worden, das ist, sobalddie Anzahl der Einwohner bis zur Proportion des hinzugekommenen Nah-rungsvorraths angewachsen ist. Folglich wenn die Einwohner eine einfachereLebensart einschlagen, und diesen neuen Fus der Landwirthschaft beibehal-ten, so wird kein einziger von den vorgesetzten Zwecken erreicht.
Setzen wir aber, dass die Einwohner keine Lust haben, ihre Lebensarteinzuschränken, sondern dass die Reichen unter ihnen durchaus fortfahrenwollen, sich alles, was ihren vorhin gewohnten Luxum nähren kann, anzu-schaffen : so muss die Nachfrage nach Werken der Industrie ungemein starkwerden; und folglich muss diejenige Gattung der Arbeit, welche, da mander Industrie 100 Menschen wegnahm, und solche zur Classe der Ackersleutezog, in einige Abnahme gerieth, eine neue Aufmunterung bekommen. Ge-schwind werden dann diese Uebergänger von ihrer Spade wieder weglaufen,und zwar um so mehr, weil sie bey dieser Besehäfftigung weit weniger gewin-nen können, als bey der alten Methode des Ackerbaus mit Pflug und Egge.
Dies sey genug gesagt von den Folgen, welche entstehen würden, wennder in Vorschlag gebrachte Plan practicable befunden wäre, das ist, wennman voraussetzte, dass es möglich wäre, eine Anzahl Personen, die bereits beyder Industrie ihre Besehäfftigung haben, dahin zu vermögen, dass . sie. in dieClasse der Ackersleute übertreten, mithin das wechselseitige Verhältnis zwi-schen denen, welche die Lebensrnittel verschaffen, und denen, die selbigemit ihrer Industrie erkaufen, auf einmal zu ändern. Wir haben im Anfangdiesen ersten Schritt schon für bekannt angenommen; und nun werde ich zei-gen, was sich im Fortgang für Hindernisse hervorthun werden.
Ich habe gesagt, die Menge der Bedürfnisse und ihre mannichfaltigeVerwicklung sey eigentlich dasjenige, was zum Ackerbau aufmuntert, und essey also nicht der Ackerbau an sich selbst, oder der Ueberfluß der Nahrungs-mittel, was den Menschen Lust zur mühsamen Arbeit einflöße. Wenn nundieser Satz richtig ist, so ist die Voraussetzung, nach der wir bisher raison-nirt haben, ungereimt; und ich merke schon, daß Vernunft und Erfahrungbis zum Ueberfluss beweisen werden, dass dem also sey.
Die natürliche und nothwendige Wirkung der Industrie bey Gewerbenund Manufacturen ist diese, daß sie der grossem Ausnahme des relative be-trachteten Landwesens beförderlich ist, welches, indem es ein grösseres Sur-
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