des ersten Buches.
Da die Versammlung solcher Hausen Einwohner in einerleyWohnplätzeX Capitel.eine neuere Revolution in der europäischen Staatswirthschaft ist, so suche icheinen kurzen historischen Abriss davon zu geben, und untersuche die darausentstandene Folgen, sowol in Absicht auf den Staat, was den großen Wachs-tum der Städte betrifft, als auch in Ansehung der Gutsherren, denen sovieleVasallen und Unterwürfige gleichsam ausgeriffen sind. Unter solchen Folgenbemerke ich hauptsächlich auch dieledaß die Staatsmänner seitdem weitmehr zu thun finden, das ist, dass die Staatswirthschaft viel verwickelter ge-worden ist.
Ehmals waren die Einwohner hin und her zerstreut; und da sie, so xi. Capi -Zu sagen , die Brüste ihrer Muttererde sogen , so war ihr Unterhalt ganzleicht. Nun aber die Indüstrie die Einwohner zusammengezogen hat, so mußdie Indüstrie sie unterhalten. Wo diese fehlt, da sieht es aus, wie bey einerArmee, der die Lebensrnittel abgeschnitten sind. Diesem muß der Feldherr,jenem der Staatsmann, zuvorkommen.
Um der Indüstrie aufzuhelfen, darf man weiter nichts thun,. als daßman diejenigen, die davon leben müßen, in Besch^fftigung setze, und ihreAnzahl in der rechten Proportion zum Absatz ihrer Arbeit erhalte. Die ersteSorge muß also seyn, Arbeit für die dermaligen Einwohner auszufinden; diezweite, ihre Vermehrung zu befördern, wenn die Nachfrage nach ihrerArbeit zunimmt.
Die sehlimmen Folgen, die aus den Misbräuchen der bereits vorhan-denen Einwohner entstehen, können durch eine verstärkte Anzahl Einwohnerniemals gehoben, wol aber vermehrt werden.
Um ein Volk gehörig besehäfftigen zu können, muss man ziemlichgenau wissen, was für eine Anzahl Einwohner bey jedem Gewerbe nöthig sey,wenn die bey selbigem vorfallende Nachfrage befriedigt werden soll; fernermuss man die,’ welche von ihrer Indüstrie leben, in gehörige Glasten ein-theilen ; und, soweit es möglich ist, dahin sehen, dass jede Glaste, mit-telst eigener Fortpflanzung, ihre Anzahl aufrecht erhalte. -
Wenn eine oder andere Gattung der Indüstrie nicht einträglich genug xil Capi-ist, diesen Endzweck zu verschaffen, so muß ein schickliches Mittel ergriffen tel >werden. Wenn Einige, Alters oder Schwachheit halber, untüchtig sind, ihrtägliches Brod zu erwerben, so muffen sie versorgt werden. Nicht minder
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