168 XXL Capitel. . Wiederholung des wesentlichen Inhalts
find die Findelkinder sorgfältig zu verpflegen, und in die niedrigsten Classendes -Volks zurück zu versetzen, als welche jederzeit die zahlreichsten find, undam schwersten durch ihre eigene Fortpflanzung aufrecht erhalten werden kön-nen. Ohne besondre Beihülfe werden die Ehen in einer Claste, die durchihre Industrie nichts weiter als eine persönliche physische Nothdurft gewinnenkann, nicht gut fortkommen. Hier geht unsce Wirthschaft sehr weit von derAlten ihrer ab. Bey diesen wurden die Ehen auf allerley Art begünstigt: abernur bey freyen Leuten ; und diese machten noch nicht die eine Hälfte desVolks aus. Die Sclaven, welche unsce niedern Gassen vorstellen, wurden ausandern Ländern recrutirt, wie gegenwärtig in America.
Wenn also, nach der neuern Oekonomie, die niedrigsten Gattungender Arbeit wolfeil gehalten werden müssen, um die Manufacturen empor zubringen, so muss der Staat die Kosten der Kinder über sich nehmen ; dennes ist nun einmal so : Entweder die Unverehlichten verdienen eben so viel,als die Verehlichten verdienen sollten, und werden hernach lüderlich: Oder,die Verehlichten verdienen nicht mehr, als die Unverehlichten verdienenkönnen, und gerathen dadurch in elende Umstände. Eine ungleiche Con-currenz zwischen Leuten von der nämlichen Gasse führt allemal eins von die-sen Uebeln mit sich; und von diesen rührt hauptsächlich der Verfall und dieNoth so großer Haufen Menschen in allen neuern Staaten her, wie nicht we-niger die beständigen Klagen über den erhöhten Arbeitslohn..
Jedes Individuum fühlt einen Trieb zur Fortpflanzung. Ein Volk kanneben sowenig bestehen, ohne sich fortzupflanzen, als ein Baum, ohne zuwachsen. Mehr aber kann nicht leben, als ernährt werden kann; und da esmit jeder Vermehrung des Nahrungsvorraths zuletzt stocken muß, so ver-mehrt sich die Volkanzahl nicht mehr, sobald dieser Umstand vorfällt; dasist, die Anzahl derer, welche sterben, wird nach Proportion jährlich grösser.Dieses schreckt unmcrklich von der Fortpflanzung ab, weil wir vernünftigeGeschöpfe sind. Dem ungeachtet finden sich immer welche, die zwar ihregute Vernunft haben, aber darum doch für die künftige Zeiten nicht vorsich-tig genug sind; sie heiraten, und zeugen Kinder. Dies nenne ich aber einefalsche, fehlerhafte Fortpflanzung. Deswegen unterscheide ich die Fortpflan-zung in zweierley Gattung, nämlich die Vermehrung , welche bey denen ihrenFortgang hat, die das, was sie zeugen, ernähren können, und die bloße
Zeugung ,