Zeugung^ welche bey denen Statt findet,-! die ihre Setzlinge nicht ernährenkönnen.
Dieses Letztere ^bringt ein politisches Gebrechen hervor , welches dieSterblichkeit,; auf Kosten vieles Elends, heilet; gleichwie im Walde unbe-sehnittene wilde Bäume von selbst in die Höhe schießen,' und auf Kosten einerMenge Bäume rund umher, welche alle absterben, stark und ansehnlich' wer-den. Wie diesem Uebel könne abgeholfen werden, ohne gewissermaßen dieEhen einzuschränken, und wie sich eine solcheEinrichtung treffen lasse, ohnedie Denkungsart der Zeiten zu verletzen, dazu weis ich kein Mittel auszufin-den, und muß es also eines jeden eigener Mutmaßung anheim; stellen.
Obgleich gegen die Wirkungen einer falschen Zeugung kein vollständig xill. Ca-ges Hülfsmittel zu erlangen ist : so kann man doch, mit Hülfe richtiger Ge- pitc!.burts-und Sterbelisten für alle Volksclassen, auf manche gute Anschläge ver-fallen, die Wenigen , die den Gefahren ihrer Kindheit entgangen sind , zuverwahren, daß sie nicht in die unglückliche Classe ,. die sie hervorgebrachthat, zurückfallen. Aus selchen Listen wird sowdl der Grad. der Sterblichkeitund die Natur der Krankheiten, als auch der Unterschied zwischen der Fort-pflanzung der Wohlhabenden und der Armseligen, klar ersichtlich seyn; undwenn es die Pflicht eines Staatsmanns ist, all sein Volk gesehäfftig zu erhalten,so sollte er gewiß die möglichst-genauste Wissenschaft von der Anzahl, wor-aus jede Classe besteht, und von ihrer Fortpflanzung, zu erlangen soeben, umzu verhüten, daß keinedass? stärker oder schwächer werde, als der Propor-tion der Nachfrage nach den Werken ihrer relpectiven Industrie gemäs ist.
- Bevölkerung und Ackerbau stehn in einer so genauen Verbindung zu ‘ xIV Ca~lammen, dass ich sogar die Misbräuche, denen sie auf verschiedne Weife un- p\td.terworfen sind, einander völlig gleich befinde. Ich habe angemerkt, wienatürlich sichs zutragen müsse, daß, wenn Allzuviele aus einer Societät sichfortpflanzen, ein Theil verhungern müsse; und wenn Allzuviele sich auf denAckerbau legen, so muß ebenfalls ein Theil verhungern. Hier ist dieUrsache :
Jemehr ein Volk ein Land verbessert, eine desto kleinere Portion mußeinem jeden für seinen Antheil zufallen ; und wenn diese Portionen so kleinwerden, daß sie weiter nicht einbringen, als was zur Ernährung derer , diedas Feld bauen,,unentbehrlich ist, alsdann ist der Ackerbau bis auf den äusser-sten Grad mit Leuten besetzt. Y Ich