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I. Band.
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Vll. Capitel. Von der doppelten Concurrenz. 221

stehe. Wenn hingegen die Stockung des Preises nicht natürlich, sonderndurch obrigkeitliche Anstalten, oder durch einen Trieb der Menschenliebe,oder dergleichen, veranlasst worden ist: so wird keine Concurrenz da seyn,weil alsdann die Commerzprincipia sufpendirtsind; auf der einen Seite sind dieVerkäufer eingeschränkt, und diese schränken auf der andern Seite die Käuferein. Oder vielmehr, es setzt die Obrigkeit, oder auch das Mitleiden, wirklichdie Preise vest, und vertritt hierin die Stelle beides der Käufer und Verkäufer*

Ein noch besseres Beispiel können wir in einer Concurrenz zwischen Ver-käufern antreffen. Hier kann sie so stark seyn, dass eine Waare gewissermasescn gar keinen Werth erlangt, wie solches nach einem ungewöhnlich-großenund unerwarteten Fischfang an einem Orte, wo keine grosse Consumtion ist,geschieht, wenn die Fische nicht beyzeiten gehörig eingefalzen worden sind.Alsdann kann keine Concurrenz zwischen den Käufern seyn; denn dieser Fisch-markt kann nicht lange dauren, und die Käufer werden völlig Meister seyn,die Preise selber zu machen, da sie Versichert sind, dass die Verkäufer entwe-der damit zufrieden seyn müssen, oder gar nichts für ihre Fische bekommen.Beim ersten Exempel hemmt gemeiniglich das Mitleid die schnelle Wirksam-keit des Principii der Concurrenz; beim zweiten aber wird sie durch eine Artvon Redlichkeit gehemmt, die nicht zuläßt, für eine Waare gar nichtszu geben.

In der Maaße demnach, als das Steigen der Preise die Nachfrage stopfen,oder das Fallen der Preise die Nachfrage vergrößern kann, in eben dei*Maaße wird die Concurrenz verhüten, daß weder das Steigen, noch das Fal-len, sich über einen gewissen Grad hinaus erstrecke. Und wofern sichs zu-trüge, daß weder das Steigen der Preise die Nachfrage stopfen, noch ihreHeruntersetzung sie vermehren könnte, so hätte alsdann die doppelte Con-currenz keinen Effect, weil diese Umstände die so sehr von einander unter-schiedenen Interessen der Käufer und Verkäufer, im kaufmännischen Con-tracte, mit einander vereinigen würden; wo aber auf Einer Seite kein separa-tes Interesse ist, da kann keine Concurrenz Statt finden.

Nunmehr werden wir im Stand seyn, die verschiednen Grade der Con-currenz zu beurtheilen. Ein Buch, das keinen Schilling werth ist, ein Fisch,der wenige Pfunde wiegt, werden oft überaus theuer verkauft. Hier sind dieKäufer keine Kaufleute. Wenn ein Gesandter eilig einen Hof verläßt, so

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