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I. Band.
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244 ^ Capitel. Von der Balanz zwischen der Arbeit

Um also einen handlungstreibenden Staat vor seinem Verfall zu bewah-ren , muss die größte Sorge dahin gerichtet seyn , daß man eine vollkom-mene Balanz zwischen den Verfertigern der Waaren, und der Nachfrage nachihrer Arbeit, erhalte. Das heisst, zufolge unsrer gegebenen Definitionen:Man muss zu verhüten suchen, daß jemals eine von den beiden Wagschalenallzuhoch stehen bleibe; und dies läßt sich allerdings verhüten , wenn Sorgegetragen wird, zu allen Zeiten einen solchen Vorrath fertiger Waaren bey derHand zu haben, daß auch die möglich-stärkste Nachfrage dadurch befriedigtwerden könne. Oder, mit noch andern Worten, um meine Leser an ge-wisse Ausdrücke zu gewöhnen: Man muß zu einer starken Nachfrage alle mög-liche Ermunterungen geben, und einer hoben Nachfrage allerley Hindernissein Weg legen. Auf diese Art wird die Concurrenz nie auf Einer Seite desCon-tractszu stark befunden werden, und der Profit wird auf beiden Seiten zwarmäßig, aber sicher seyn.

Wenn hingegen weit mehrere Hände beschafftigt sind, als die Nach-frage erfordert, so wird der Handwerksmann feine verfertigte Arbeit so wol-lest weggeben müssen, daß er nicht davon leben kann: Oder, wenn der Ar-beiter zu wenig sind, so wird der Preis ihrer Arbeit steigen, und ihre Waa-ren werden ausserhalb Landes keinen Absatz finden.

Eben darum, weil es an einer richtigen Balanz gefehlt hat, ist noch nieein handlungtreibender Staat, nachdem er zu einer gewissen Höhe des Glücksgelangt war, von langer Dauer gewesen. Wir können in der Geschichte denUrsprung, den Wachsthum, die Größe und den Verfall vonSydon, Tyrus,Alexandria und Venedig, (nähere Beispiele mag ich itzt nicht anführen) gardeutlich wahrnehmen. So lang sich diese Staaten noch im Wachstum befan-den, waren sie sehr mächtig, sobald sie aber einmal ihre Höhe erreicht hat-ten, so sanken sie unter der Last ihrer eigenen Grösse. Die Ursache davonhab ich angezeigt.

So lang eine Nachfrage nach gewissen Handlungszweigen eines Landesist, so nimmt die Anzahl und die Wohlfahrt der Einwohner beständig zu. Dieserhellet aus dem, was ich so oft im ersten Buche wiederhohlt habe, und wirddurch tausend Exempel bestätigt. Nie ist ein Handlungszweig in einem König-reiche, in einer Provinz, in einer Stadt, in einem Dorfe, in Aufnahme ge-wesen, ohne dass dieses Königreich, diese Provinz, diese Stadt, dieses Dorf,

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