268 X/iJ. Capitel. Einfluss der Regierungssorm
nis von dem starken Einfluss der hier angeführten Grundsätze abgelegt: einmächtiger Pöbel hat seine Bande zerrissen, und selbst die Grundpfeiler des Feu-dalsystems übern Haufen geworfen.
Alle diese heftige Convulstonen sind der Kurzsichtigkeit der Staatsmän-ner zuzuschreiben gewesen, welche, unaufmerksam auf die Folgen des Zu-wachses des Reichtums und der Industrie, sich thörichterweise vorstellten, esmüsse eine erhebliche Subordination zwischen Classen, deren Situation gegeneinander gänzlich geändert war, fernerhin siibsistiren.
Die Cohortes praetorianae waren anfänglich den Befehlen der Kaiser sub-ordinirt, und stellten die Garde der Stadt Rom vor. Die Janitscharen stun-den, wie jedermann wußte und glaubte, unter demCommando dervornehm-sten Ofliciers der Pforte. Sobald aber die Häupter Roms und Constantinopels,welche natürlicherweise ein Recht hatten, den Staat zu regieren, bey diesenaufrührerischen Corps Schutz und Hülfe suchten, fo veränderten diese, vonder Wichtigkeit ihrer eigenen Personen eingenommen, die ganze Staatsverfaßfung, und nahmen Antheil an der Regierung.
Eine dieser ganz ähnliche, aber gelindere Revolution, findet in den neu-ern Zeiten Statt; und es muss für einen aufmerksamen Zuschauer eine ange-nehme Unterhaltung seyn, wenn er in manchen Staaten Europens dieProgressendieser Veränderung überschauet. Handlung und Industrie gehn im Schwange;und ihre Einführung giebt Anlaß zu einer wunderßmen Fermentation mit deraus dem Feudalsystem übriggebliebenen Rauhigkeit.
Handlung und Indüstric haben ihre Aufnahme dem Krieg und der Ruhm-sucht zu danken; und vielleicht darf das menschliche Geschlecht hoffen, die Zeitzu erleben, da gar kein Krieg mehr seyn wird, wenn es die kostbare Thorheitder Ruhmsucht recht wird eingesehen haben.
Ich läge, Handlung und Indüstrie haben ihre Ausnahme der Ruhm-sucht der Fürsten zu danken, die aus keiner andern Absicht) den Plan dazu imAnfang begünstigten, als damit sie sich selbst bereichern und dadurch ihrenNachbarn fürchterlich werden möchten. Sie wurden aber nicht eher, als bises ihnen die Erfahrung gezeigt hatte, gewahr, daß der Reichtum, den sieaus solchen Quellen zogen, nur aus ihrem Ueberfließen herkäme, und daßein mächtiges, kühnes und tnuthiges Volk, welches den Fond des Reichtumsseines Fürsten in seinen eigenen Händen hat, es auch in seiner Macht habe,
sich