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fchaften nicht massigen konnte. Durch diese Künste lebten die Spartaner,mitten unter einem beständigen Kriege, in grosser Harmonie zusammen.
Bey solchen Verfügungen muss ein Volk vor den Anfällen der Fremdensicher seyn; und in der That war des Gesetzgebers Absicht nie gewesen, dieGrenzen Lakoniens durch Eroberung zu erweitern. Welchem Volke konntees in Sinn kommen, die Lacedämonier anzugreifen, wo nichts als Schlägezu erwarten waren?
Sie genossen der Ruhe im höchsten Grad; sie waren mit allem, was siezur Nothdurft brauchten, reichlich versorgt. Freilich würde sich in denneuern Zeiten keine Societät finden, welche an einer so rauhen LebensartGeschmack gewänne. Aber die Gewohnheit thut Alles. Ein schlechtes Ge-richte bey gutem Appetit schmeckt besser, als einem verderbten Magen dieköstlichsten Leckerbissen; und wenn die Sinnlichkeit mit unter die Vergnü-gungen des Lebens gehört, so geben uns die Sitten dieses Volks zu erkennen,dass es ihnen gewiss nicht daran gefehlt hat. Meine Materie erlaubt mir nicht,mich in besondre Beweise dieses Puncts einzulassen. Wenigstens das vernünf-tigste Vergnügen, das sich die Menschen machen können, ich meyne das an-genehme gesellschaftliche Leben, genossen die Spartaner in höherm Grade,als irgend ein Volk auf Erden. Die ganze Republik war in verschiedenenCorps beständig beyeinander; sie hatten alle einerley Neigungen, einerleyBeschäfftigungen, einerley Belustigungen, einerley Geschmack; und da diejungen und alten Leute immer mit einander vermischt waren, und jene unterder unmittelbaren Aussicht und Autorität der letzteren stunden, so musstensich, von einer Generation zur andern, einerley Gesinnungen fortpflanzen.Die Spartaner waren mit ihrem Zustand so zufrieden und vergnügt, dass ihnendie Sitten jeder andern Nation verächtlich vorkamen. Wenn dieses keineGlückseligkeit heisst, so weis ich nicht, worin sie besteht. Demnach sindSicherheit, Ruhe und Wohlfahrt nicht die unzertrennlichen Gefährten derHandlung und Indüstrie.
Lykurg hatte Einsicht genug, auch die schwache Seite seiner Staats Ver-fassung zu merken. Er kannte gar wohl den verführerischen Einfluß des Lu-xus, und sah voraus , daß die Folgen der Indüstrie, welche den Menschenunendlich-vielerley neue Gegenstände ihrer Wünsche verschafft, und ihnenden Weg, derselben habhaft zu werden, wundersam erleichtert, dieGrund-
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