X V. C. G nmds.jLur Bevefiigiing derHandl. und Industrie. 283
einige sind der Industrie und Sparsamkeit, andre der Verschwendung und den!Luxus ergeben. Diese Umstände bringen bey den Nationen ganz verschie-dene Interessen hervor; und jede Nation muss, nach unserer Voraussetzung,unter der Regierung eines solchen Staatsmanns stehen, der sich die Beförde-rung des Wohls seiner Unterthanen eifrigst angelegen seyn lässt, wiewol aufKosten andrer Societäten in den benachbarten Ländern^
Nun tritt also eine neue Idee auf, und erzeugt neue Grundsätze. Die all-gemeine Societät des menschlichen Geschlechts, von welcher wir im erstenBuche handelten, wird hier gewissermaßen in zwo Societäten abgeschieden.In dem einen Lande stellen wir uns die fleissigen Herbeischaffet der Bedürfnissevor, und im andern Lande, die üppigen Abnehmer und Verzehret. DieGrundsätze des ersten Buchs bleiben hier in voller Kraft. Noch immer bleibtes dabey, daß der Luxus zur Beförderung der Industrie gereicht: nur mußder Staatsmann den Sitz des Luxus von seinem eigenen Lande abzuhalten (li-ehen. Wenn er diese Absicht ohne Schaden der inländischen Industrie errei-chen kann, (b hat er die schönste Gelegenheit, den Reichtum und die Macht,welche den Luxus der neuern Staaten begleiten, mit allen Vortheilen der altenSimplicität zu verbinden. Er kanns dahin bringen, daß fein Volk, in Anse-hung aller Arten der Ausgaben und des Aufwands, sparsam und massig bleibt,und doch zu gleicher Zeit alle benachbarte Staaten an Reichtum und Ansehenübertrifft.
In einer solchen Verfassung würden sich handlungtreibende Nationenbefinden, wenn sie sich mit weiter nichts abgäben, als die Fremden mit Be-dürfnissen, oder auch mit entbehrlichen Waaren zu versorgen, und wenn siesich hüteten, nach und nach eben die Sitten und Denkungsart anzunehmen,die sie andern einzustoßen trachten.
So oft wir demnach von einem Volke reden, dem es ein Ernst ist, seineauswärtige Handlung zu erweitern, so müssen wir unsre Ideen ganz einfach er-halten, und alle politische Combinationen andrer Umstände beiseite setzen,das ist, wir müssen uns vorstellen, das ganze Volk habe einerley Denkungsart,und dann erst müssen wir die Grundsätze ausmachen, welche auf die Folgendieses allgemeinen Geistes einen Einfluß haben.
Wir müssen gute Wirthschaft, Genügsamkeit und Einfalt der Sitten em-pfehlen und aufmuntern, den Aufwand.in allen solchen Waaren, die vortheil-
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