298 X VI. Capitel. Erläuterung einiger Satze,
die Hoffnung seines Volks zu aufferordentlichen Gewinnen vereitelt werden,welche doch zuletzt der auswärtigen Handlung zum Nachtheil gereichenwürden.
Ein Staatsmann kann zuweilen aus einem Triebe der Gefälligkeit, viel-leicht aus natürlicher Billigkeit gegen die Classen der Indüstriösen, oder auchaus guten politischen Absichten, einen grossem Profit zu nehmen erlauben,um dadurch eine Aufmunterung zu Künsten von der angenehmern Art zugeben, die einem Lande zur Zierde gereichen, seine Einwohner von derSeite eines feinen Geschmacks berühmt, und dadurch ihre Arbeit bey denFremden vorzüglich-beliebt machen, nicht eben als ob solche allemal vorzüg-lich-gut wäre, sondern blos darum, weil sie aus diesem Lande kommt. In-dessen muss der Staatsmann auch in Ansehung der Preise dieser Arbeit auf sei-ner Hut seyn, und selbige nie so hoch steigen lassen, dass andere NationenAnlaß bekommen könnten, glückliche Nebenbuler seines Volks zu werden.
z. Ich habe angerathen, den einheimischen Aufwand in überflüssigenArtikeln aufzumuntern, wenn die auswärtige Nachfrage darnach so tief gesun-ken sey, daß die Handwerksleute in Noth gerathen könnten. Auch dieses er-fodert eine weitere Erklärung.
Wird das, was ich im vorigen Capitel desfalls behauptet habe, nachdem Wortverstande ausgelegt, so muß ich gestehn, daß es eine ungereimteSupposition zu seyn scheint, weil man sich dabey die Vorstellung machen muß,daß die Personen, welche im Stande sind, die überflüssigen Sachen an sich zukaufen, hierin der allgemeinen Nationaldenkungsart gemäss verfahren, diedoch in diesem Stücke nirgend vorhanden ist, und daß sie zu gleicher Zeit soviel Selbstverleugnung besitzen, daß sie den Genuß dieser Sachen gern ent-behren werden, sobald ein andrer Zweig der auswärtigen Handlung in Ganggebracht seyn wird, wobey die Indüstriösen Arbeit und Brod genug haben.Dies harmonirt aber schlecht mit den Grundsätzen, worauf wir das ganze Sy-stem unsrer Staatswithschaft erbauet haben.
Ich habe anderswo angemerkt, dass, wenn sich die Revolutionen'sosehnest zutrügen, als ich sie meinen Lesern vorstellen muß, Alles in Verwir-rung gerathen würde.
Mein Rath ist also nur so gemeint, daß, wenn ein Staatsmann findet,dass, wenn sein Volk nicht aus einem natürlichen Geschmacke Lust bekommt,
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